Der Partido Popular der Balearen hat am 10. September 2026 im Parlament de les Illes Balears 16 Änderungsanträge zur Ley de Capitalidad de Palma vorgelegt. Zentrales Vorhaben ist, die Schaffung einer Área Metropolitana de Palma in das Gesetz aufzunehmen. Der Govern de les Illes Balears soll demnach verpflichtet werden, innerhalb von höchstens zwei Jahren die rechtlichen und organisatorischen Schritte für eine Metropolregion einzuleiten. Vorgesehen ist die Beteiligung der Gemeinden Palma, Calvià, Marratxí und Llucmajor; der Consell de Mallorca soll in den Prozess eingebunden werden.
Zur Begründung führt der Partido Popular an, dass Mobilität, Infrastruktur und Teile der Daseinsvorsorge den kommunalen Zuschnitt Palmes übersteigen. Eine übergemeindliche Struktur solle Planung und Betrieb effizienter koordinieren. Der Vorstoß würde die bestehende Ley de Capitalidad de Palma aus dem Jahr 2006 um einen klaren Auftrag zur interkommunalen Steuerung ergänzen.
Weitere Anträge des Partido Popular zielen auf die Organisation der Stadtverwaltung. Genannt werden die formale Einführung von Vizebürgermeisterposten im Ayuntamiento de Palma, die Einrichtung eines Consejo Jurídico Técnico de Palma und die Gründung einer städtischen Agencia de Urbanismo zur Bündelung von Planung und Wohnungsaufgaben. Zudem enthalten die Vorschläge Vorgaben zur Abstimmung mit der autonomen Wohnungs- und Sozialgesetzgebung.
Die eingereichten Texte lassen nach derzeitigem Stand offen, wie Zuständigkeiten, Finanzierung und Governance in einer künftigen Metropolregion konkret verteilt würden. Diese Punkte sollen im parlamentarischen Verfahren geklärt werden. Unabhängig davon bleibt die Zustimmung des Parlaments zu den Änderungsanträgen Voraussetzung für jede Umsetzung.
Hintergrund ist die seit Jahren geführte Debatte auf Mallorca, wie Verkehr, Wohnungsbau und Raumordnung im Großraum Palma besser koordiniert werden können. Mit der jetzt vorgeschlagenen Ergänzung der Ley de Capitalidad de Palma würde erstmals ein zeitlich definierter Umsetzungsauftrag verankert. Der Consell de Mallorca und die betroffenen Gemeinden wären damit enger in die Ausarbeitung eines interkommunalen Rahmens eingebunden.
Über den Zeitplan der Beratungen im Parlament de les Illes Balears lagen am Donnerstag keine neuen Beschlüsse vor. Bis zur Abstimmung sind Änderungen an den Anträgen möglich.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).