Aktuell

Neuwahl am 29. November gefährdet Kataloniens Absprachen mit Madrid

Pedro Sánchez hat am 5. Oktober die Auflösung der Cortes Generales und Neuwahlen am 29. November angekündigt. Das setzt in Katalonien vereinbarte Projekte wie Finanzierung, Rodalies und Migrationszuständigkeiten unter Unsicherheit.

Die von Ministerpräsident Pedro Sánchez am 5. Oktober verkündete Auflösung der Cortes Generales und die Ansetzung von Neuwahlen für den 29. November 2026 bringen mehrere zwischen der Generalitat de Catalunya und der Zentralregierung vereinbarte Vorhaben ins Wanken. Betroffen sind insbesondere das geplante neue Modell der autonomen Finanzierung, der Transfer von Zuständigkeiten und Infrastruktur bei Rodalies sowie die Delegation von Kompetenzen in der Migrationspolitik.

Kernpunkt ist die Finanzierung: Die Grundlinien eines spezifischen Modells für Katalonien wurden am 14. Juli 2025 zwischen Madrid und Barcelona festgehalten. Ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren im Kongress war jedoch noch nicht abgeschlossen. Mit der Auflösung des Parlaments enden alle nicht verabschiedeten Initiativen; sie müssten in der nächsten Legislatur neu eingebracht werden. Das setzt Zeitpläne und fiskalische Erwartungen der Generalitat unter Vorbehalt.

Auch der geplante Zuständigkeits- und Infrastrukturtransfer bei Rodalies steht unter Vorzeichen der Verzögerung. Die Generalitat hatte Anfang 2026 organisatorische Schritte eingeleitet, darunter die Gründung einer gemischten Betreibergesellschaft am 12. Januar 2026. Ohne gesicherte staatliche Finanzierungszusagen und die abschließenden Rechtsakte auf nationaler Ebene drohen die Übertragung von Netzen, Personal und Investitionsmitteln bis 2030 neu verhandelt oder verschoben zu werden.

Im Bereich Migration lag im Kongress eine Initiative zur Delegation bestimmter Kompetenzen an die Generalitat vor. Deren Beratung ist mit der Parlamentsauflösung unterbrochen. Ohne erneute Mehrheit und konkrete Regierungsbildung auf Staatsebene lässt sich die rechtliche Übertragung nicht abschließen.

Politisch betrifft der Wahlaufruf nicht nur die bilateralen Absprachen, sondern auch Vereinbarungen des Govern mit den eigenen Partnern in Katalonien. In Barcelona erklärte die Sprecherin des Govern, Sílvia Paneque, am 17. Oktober, es öffne sich ein „Paréntesis“; die Bürgerinnen und Bürger müssten nun bewerten, ob die getroffenen Pakte „gut“ für Katalonien seien. Diese Aussagen markieren das Innehalten, nicht das Ende der Projekte.

Kurzfristig ist mit Verzögerungen in der Umsetzung zu rechnen; bestehende Verfahren werden formal beendet oder ruhen. Ob Vorhaben wie Finanzierung, Rodalies und Migrationsdelegation wieder aufgegriffen werden, hängt vom Ergebnis der Neuwahl am 29. November 2026 und anschließenden Koalitionsentscheidungen in Madrid ab. Dies ist eine politische Einschätzung; rechtlich ist klar, dass unerledigte Dossiers ohne erneute Einbringung nicht fortgeführt werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk