Die Initiative Digital Valley Asturias hat beim Principado de Asturias die Einstufung ihres Vorhabens als Proyecto de Interés Estratégico Regional beantragt. Der geplante Datencampus soll im Polígono de Nonaya in der Gemeinde Salas entstehen und Rechenzentrumsinfrastruktur für Speicherung, Verarbeitung und Verwaltung großer Datenmengen sowie Anwendungen der Künstlichen Intelligenz bündeln. Die Regionalregierung nennt als Investitionssumme rund 1,23 Milliarden Euro und verweist auf einen schrittweisen Hochlauf bis zum Regelbetrieb um 2030.
Mit der angestrebten Einstufung als Projekt von regionalem strategischem Interesse verbindet die Initiatorin eine beschleunigte, koordinierte Bearbeitung der Genehmigungen. Vorrangig geht es um Energie- und Glasfaseranbindung, die Bereitstellung geeigneter Flächen im Industriegebiet sowie um die Bündelung der Prüfverfahren. Unabhängig davon bleiben technische und umweltrechtliche Prüfpflichten bestehen. Über die formale PIER‑Deklaration entscheidet die Regionalregierung nach Abschluss der erforderlichen Bewertungen.
Als Trägerin der Initiative wird in regionalen Medien die Firma Sales For You Consulting S.L. genannt, die das Vorhaben unter dem Markennamen Digital Valley Asturias präsentiert hat. Konkrete Bau- und Betriebsgenehmigungen sowie verbindliche Finanzierungszusagen liegen nach aktuellem Stand noch nicht vor. Genannt werden in vorläufigen Unterlagen Beschäftigungseffekte von mehreren Hundert bis zu gut 1.300 Arbeitsplätzen bis 2030; diese Größenordnungen sind abhängig vom endgültigen Zuschnitt des Projekts und der phasenweisen Realisierung.
Im politischen und wirtschaftlichen Umfeld wird das Vorhaben grundsätzlich begrüßt, weil es die regionale Wirtschaft diversifizieren und Wertschöpfung jenseits der Schwerindustrie schaffen könnte. Zugleich wird auf Bedingungen hingewiesen: belastbare Meilensteine, Versorgungssicherheit mit erneuerbarer Energie, Wasser- und Flächenverfügbarkeit sowie vollständige Umweltverträglichkeitsprüfungen. Umweltgruppen haben darauf aufmerksam gemacht, dass Teile des Areals in einem potenziell hochwassergefährdeten Bereich liegen könnten; dies wäre im Genehmigungsverfahren zu prüfen und gegebenenfalls planerisch zu berücksichtigen.
Spanien verschärft parallel die Anforderungen an die Energieversorgung von Rechenzentren, ein wachsendes Politikfeld auch in Asturien. Die Landesregierung verweist darauf, dass ein hoher Anteil erneuerbarer Energien erforderlich sei, um neue große Verbraucher in die Netze zu integrieren. Ob und in welchem Umfang die avisierten Investitionen in Salas umgesetzt werden, hängt nun von den behördlichen Entscheidungen, der rechtzeitigen Bereitstellung der Netzinfrastruktur und den finalen Finanzierungsvereinbarungen der Investorinnen und Investoren ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).