Der Vorsitzende von Vox, Santiago Abascal, hat am 11. September 2026 Ministerpräsident Pedro Sánchez scharf dafür kritisiert, dass Personen, die am 30. Juli illegal nach Ceuta gelangten, nicht nach Marokko zurückgeführt werden, falls Rabat ihre Aufnahme zusagt. Abascal erhob den Vorwurf öffentlich und forderte rasches staatliches Handeln an der Grenze.
Der Bezugspunkt von Abascals Kritik ist ein Vorfall am 30. Juli, als zahlreiche Menschen die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta überschritten. Spanische Behörden nahmen seitdem Identitätsfeststellungen und Erstversorgungen vor. Nach Angaben aus Regierungskreisen werden die Fälle rechtlich geprüft, um Zuständigkeiten, Schutzbedarfe und mögliche Rückführungen zu klären. Dabei betonte die Regierung wiederholt, dass für Minderjährige besondere Schutzpflichten gelten. Abascal erwähnte in seiner Kritik ausdrücklich auch Minderjährige.
Die rechtliche Lage ist komplex: Rückführungen setzen voraus, dass die betroffenen Personen eindeutig identifiziert sind, dass ihre Rücknahme durch Marokko verlässlich zugesagt ist und dass bilaterale Vereinbarungen Anwendung finden können. Zudem sind individuelle Verfahren mit Anhörungen und Rechtsgarantien sicherzustellen. Menschenrechtsorganisationen verweisen in diesem Zusammenhang auf völkerrechtliche Verpflichtungen Spaniens, darunter das Non-Refoulement-Prinzip und besondere Standards für Minderjährige.
Die Regierung von Pedro Sánchez verweist auf die Kooperation mit den marokkanischen Behörden und auf ein schrittweises, rechtsstaatliches Vorgehen. Sánchez erklärte Anfang September, es gebe keine belastbaren Belege dafür, dass marokkanische Stellen den Grenzübertritt vom 30. Juli gezielt herbeigeführt hätten. Zugleich wies er den Vorwurf einer Politik der Beschwichtigung gegenüber Rabat zurück und betonte, ohne nachweisbare Fakten keinen diplomatischen Konflikt eröffnen zu können.
Politisch setzt Abascals Vorstoß die Regierung weiter unter Druck. Oppositionsparteien drängen auf sichtbare Maßnahmen zur Grenzsicherung und auf zügige Entscheidungen über Rückführungen, während Koalitionspartner und Fachverbände vor pauschalen Lösungen warnen und auf die Einhaltung aller Verfahren pochen. Aus Regierungskreisen heißt es, Entscheidungen hingen von der belastbaren Bestätigung marokkanischer Stellen und von der Prüfung jedes Einzelfalls ab.
Stand heute lässt sich der Kern von Abascals Vorwurf nicht unabhängig belegen: Konkrete, öffentlich dokumentierte Zusagen Marokkos zur Rücknahme der betreffenden Personen liegen nicht vor. Damit bleibt seine Aussage eine politische Forderung. Rechtlich tragfähige Rückführungen setzen nachprüfbare bilaterale Absprachen, individuelle Prüfungen und die Beachtung des Schutzrechts für Geflüchtete und Minderjährige voraus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).