Wirtschaft

Barcelona warnt: Regeln für Kurzzeitmieten greifen, reichen aber nicht aus

Nach neuen Daten von elDiario.es steigen Kurzzeitmieten in Spanien stark an. Barcelona meldet, dass seine seit Januar geltenden Nachweispflichten und Preisobergrenzen auch für befristete Verträge wirken, drängt aber auf schärfere Kontrollen und ein klares…

Barcelona sieht erste Erfolge seiner seit Januar geltenden Regeln für befristete Mietverträge, hält sie jedoch für unzureichend. Anlass sind neue Auswertungen von elDiario.es, wonach der Anteil von Kurzzeitmieten in Online-Angeboten landesweit auf rund 45 Prozent gestiegen ist. In besonders betroffenen Städten liegt der Wert deutlich höher – in Bilbao und Donostia über 80 Prozent, in Barcelona bei 77 Prozent.

Die Stadtverwaltung betont, dass Vermieterinnen und Vermieter in Barcelona die Befristung seit Jahresbeginn dokumentieren müssen und Mietpreisobergrenzen auch für befristete Verträge gelten. Nach Angaben des Rathauses hat dies Umgehungen erschwert, die in anderen Städten verbreitet sind: Dort weichen Anbieter auf „alquiler de temporada“ aus, um Preisbremsen und längere Mindestlaufzeiten zu umgehen. Gleichwohl bleibe die Zahl zeitlich befristeter Angebote hoch, was den Markt für reguläre Mietverhältnisse weiter verknappe.

Die Recherche von elDiario.es zeigt große regionale Unterschiede. In Städten mit angewendeten Mietpreisobergrenzen verlagern sich Angebote vermehrt in zeitlich befristete Segmente. Wo keine Obergrenzen gelten, begünstigt die schnelle Rotation zusätzliche Forderungen wie hohe Kautionen oder Vermittlungsgebühren und erleichtert Preissteigerungen nach jedem Mieterwechsel. Barcelona hebt hervor, dass die lokale Regel die Befristungsgründe – etwa ein befristeter Arbeits- oder Studienaufenthalt – schriftlich belegt sehen will. Ohne Nachweis sollen die Schutzstandards der unbefristeten Vermietung greifen.

Aus Sicht von Verwaltung und Fachleuten genügt dies jedoch nicht. Gefordert werden engmaschige Kontrollen der Plattformen, Sanktionen gegen rechtswidrige Umdeklarierungen, belastbare Daten zum Leerstand und eine abgestimmte Aufsicht zwischen Stadt, Generalitat und Zentralregierung. Das in Madrid vorbereitete Decreto de vivienda gilt in diesem Zusammenhang als entscheidend: Es soll die Abgrenzung temporärer Vermietungen schärfen, Missbrauch leichter ahnden und mit den regionalen Preisregeln verzahnen. Politisch umstritten sind Dauer, zulässige Gründe und die Frage, ob nationale Vorgaben den autonomen Präzisierungen den Vorrang lassen.

Tatsache ist: Die online sichtbare Ausweitung befristeter Angebote erhöht den Druck auf Haushalte, die Wohnungen für länger als ein Jahr suchen. Zugeschriebene Aussagen der Stadt Barcelona und die Datenauswertung von elDiario.es weisen in dieselbe Richtung: Ohne konsequente Durchsetzung bestehender Regeln und ein klares nationales Rahmenwerk droht die Verlagerung in kurzfristige Verträge anzuhalten – mit spürbaren Folgen für Verfügbarkeit und Preise regulärer Mietwohnungen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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