In Santiago de Compostela dauert seit dem 1. Oktober 2026 eine Zeltaktion auf der Praza do Obradoiro an. Die beteiligten Gruppen fordern besseren Zugang zu bezahlbaren Wohnungen und verweisen auf steigende Mieten sowie lange Wartelisten für Sozialwohnungen in Galicien. Am 3. Oktober schlossen sich Demonstrationen in mehreren Städten an, die die Lage auf dem regionalen Wohnungsmarkt erneut in den Fokus rückten.
Unmittelbarer Anlass der Eskalation war ein Termin der Xunta de Galicia am 29. September in Santiago: Die Regionalregierung übergab 24 öffentlich geförderte Wohnungen an ausgewählte Haushalte. Vertreter der Opposition, darunter BNG und PSdeG, kritisierten die Veranstaltung als PR-Auftritt und hielten die Zahl der Einheiten für völlig unzureichend. Wohnungsinitiativen argumentieren, die geringe Übergabe verdeutliche die Kluft zwischen politischer Ankündigung und tatsächlicher Verfügbarkeit von Sozialwohnungen.
Die Xunta weist die Vorwürfe zurück und verweist auf laufende Programme und Investitionen. Nach Regierungsangaben stehen für dieses Jahr rund 350 Millionen Euro für Wohnungspolitik bereit. Zudem wurde mit der Sociedad Pública de Vivenda eine neue Struktur geschaffen, die Projekte für nahezu 2.500 zusätzliche öffentliche Wohnungen ausgeschrieben hat. Aus Sicht der Regierung handelt es sich um einen nachhaltigen Ausbaupfad, der in den kommenden Jahren Wirkung entfalten werde.
Die Protestierenden und Oppositionsparteien fordern hingegen kurzfristige Schritte. Genannt werden ein strengerer Schutz vor Verdrängung, Verfahren zur schnellen Mobilisierung leerstehender Bestände und ein messbarer Zeitplan für zusätzliche Sozialwohnungen. Mehrere Gruppen verweisen auf anhaltend hohe Nachfrage in den Registern und dringen auf transparente Kriterien, verbindliche Zwischenziele und eine regelmäßige öffentliche Bilanz.
Faktisch fest steht: Die Zeltaktion auf dem Obradoiro begann am 1. Oktober und dauert an; die 24 Wohnungen wurden am 29. September in Santiago übergeben. Strittig bleibt, ob die von der Xunta präsentierten Programme kurzfristig spürbare Entlastung bringen. Offene Fragen betreffen Tempo, Umfang und soziale Zielgenauigkeit der Maßnahmen. Politisch erhöhen die anhaltenden Kundgebungen den Druck auf die Regionalregierung, im Herbst konkrete Fortschritte zu belegen. Ob diese ausreichen, um die Mobilisierung abklingen zu lassen, ist derzeit nicht absehbar.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).