La Rioja

Logroño: Protestzug fordert bezahlbare Wohnungen und droht mit Generalstreik

In Logroño haben am Sonntag Tausende gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen demonstriert. Unter dem Ruf „Vivienda universal o huelga general“ forderten sie sofortige Maßnahmen und stellten einen landesweiten Wohnungs-Generalstreik in Aussicht.

In Logroño sind am Sonntag, 4. Oktober 2026, Tausende Menschen für das Recht auf bezahlbaren Wohnraum auf die Straße gegangen. Unter dem zentralen Ruf „Vivienda universal o huelga general“ verlangten sie umgehende politische Schritte gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen. Die Demonstration in der Hauptstadt von La Rioja war Teil einer landesweiten Protestwelle am Wochenende.

Veranstalter war das Sindicato de la Vivienda de La Rioja. Einer seiner Sprecher, Hugo Sabanza, erklärte vor Beginn, die bisherigen politischen Zusagen reichten nicht aus, um Räumungen zu verhindern und Spekulation effektiv einzudämmen. Auf Transparenten und in Sprechchören kritisierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Umgang mit Kündigungen und Vollstreckungen sowie Profite durch Leerstand. Bereits am Donnerstag hatte es in Logroño einen ersten Protestzug gegeben.

Der unmittelbare Kontext der Mobilisierung ist die anhaltende Auseinandersetzung über ein von der Regierung vorgelegtes Real Decreto-ley mit Maßnahmen zum Schutz der sozialen Funktion des Wohnens, das in Medien- und Protestberichten vielfach mit „Maricarmen“ verknüpft wird. Auslöser war ein viel beachteter Räumungsfall, der Forderungen nach schärferem Räumungsschutz und verbindlichen Eingriffen gegen spekulative Investitionen neu befeuerte. Das Real Decreto-ley wurde im Boletín Oficial del Estado veröffentlicht; über Inhalt, Reichweite und Umsetzung streiten Fraktionen und Verbände im Congreso de los Diputados.

Die Organisatoren in Logroño fordern insbesondere: mehr Prävention und Mediation vor jeder Zwangsräumung, klare Grenzen für kurzfristige und touristische Vermietungen, Maßnahmen gegen missbräuchliche Mieterhöhungen sowie einen schnelleren Ausbau des öffentlichen und gemeinnützigen Wohnungsbestands. Vertreterinnen des Sindicato de Inquilinas knüpfen weitere Arbeitskämpfe bis hin zu einer „huelga general por la vivienda“ an Fortschritte bei diesen Punkten.

Zur Größe des Protestzugs kursieren unterschiedliche Schätzungen; offizielle Teilnehmerzahlen lagen bis zum Abend nicht vor. Fest steht: Die Demonstrationen in mehreren spanischen Städten haben die Wohnungspolitik erneut auf die bundesweite Agenda gesetzt. Ob es zu einem übergreifenden Streikaufruf kommt, hängt nach Angaben der Initiativen von den Verhandlungen in den kommenden Tagen ab. Parteien und Institutionen signalisieren Gesprächsbereitschaft, verweisen jedoch auf offene Finanzierungs- und Zuständigkeitsfragen. Damit bleibt der weitere Kurs zwischen Regierung, Parlament und zivilgesellschaftlichen Akteuren vorerst umstritten.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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