Die Audiencia Nacional treibt die Ermittlungen im Fall Plus Ultra voran: Ermittlungsrichter José Luis Calama hat die früheren Spitzenmanager der Fluggesellschaft für den 7. und 8. September 2026 zur Vernehmung geladen. Parallel beauftragte er die UDEF mit einem umfassenden Bericht, ob und in welchem Umfang die Beteiligung venezolanischer Investoren die Entscheidung über den staatlichen Rettungszuschuss an die Airline beeinflusst haben könnte. Im Verfahren steht der ehemalige Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero im Fokus.
Kern der anstehenden Aussagen sind Angaben der zurückgetretenen Spitzen der Gesellschaft, die Zapatero mit einer mutmaßlichen Vermittlungsprovision von 530.000 Euro in Verbindung bringen. Laut Ermittlungsunterlagen entspricht der Betrag einem Prozent des 2021 gewährten staatlichen Hilfspakets. Zuvor hatte bereits der Unternehmer Julio Martínez Martínez, ein langjähriger Vertrauter Zapateros, Zahlungen und angebliche Beratungsverträge geschildert, die nun auf mögliche Verbindungen zu den Hilfen geprüft werden.
Vor der Sommerpause hatte Calama den Zugriff der Polizei auf mehr als 60 Konten von Zapatero, seinem Umfeld und mehreren Gesellschaften genehmigt. Zudem soll die Herkunft hochwertiger Schmuckstücke geklärt werden, die in seinem Büro aufgefunden wurden. Die UDEF wurde angewiesen, Zahlungsströme zwischen beteiligten Firmen zu rekonstruieren und Querverbindungen zu Personen und Gesellschaften mit Bezug zu Venezuela zu analysieren.
Der Kontext ist politisch sensibel: Plus Ultra erhielt 2021 eine Unterstützung in Höhe von 53 Millionen Euro aus dem Solvenzhilfefonds der SEPI, der in der Pandemie strategisch relevante Unternehmen stützen sollte. Seit 2017 beteiligten sich Investoren venezolanischer Herkunft an der Airline. Der nun angeforderte UDEF-Bericht soll nachvollziehbar machen, ob die Eigentümerstruktur und Kapitalflüsse eine Rolle bei der Bewilligung und Abwicklung der Beihilfe spielten.
Es handelt sich weiterhin um ein Ermittlungsverfahren; über Schuld oder Unschuld ist nicht entschieden. Die für den 7. und 8. September 2026 terminierten Vernehmungen können aus Sicht der Justiz klären, ob die bisherigen Verdachtsmomente durch konsistente Aussagen und Finanzunterlagen erhärtet werden und ob daraus förmliche Schritte bis hin zu einer Anklage folgen. Ebenso möglich ist, dass die Aussagen Widersprüche offenlegen oder zentrale Behauptungen relativieren – mit unmittelbaren Folgen für die weitere Ausrichtung der Ermittlungen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).