Vor der Audiencia Nacional haben am 8. September 2026 frühere Führungskräfte von Plus Ultra zu mutmaßlichem venezolanischem Einfluss in der Airline und zur Verwendung öffentlicher Rettungsmittel ausgesagt. Nach übereinstimmenden Medienberichten erklärte der ehemalige Geschäftsführer Roberto Roselli dem Untersuchungsrichter José Luis Calama, der venezolanische Unternehmer Rodolfo Reyes habe faktisch maßgeblichen Einfluss auf Plus Ultra ausgeübt. Zudem seien Mittel im Zusammenhang mit dem 2021 bewilligten Staatskredit nicht ausschließlich dem laufenden Geschäftsbetrieb zugeführt worden.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der von der SEPI aus dem staatlichen Stützungsfonds gewährte Kredit über 53 Millionen Euro. Die Untersuchung prüft, ob beim Zustandekommen des Kredits staatliche Stellen möglicherweise unzureichend informiert wurden und ob die Mittelverwendung ordnungsgemäß kontrolliert wurde. Roselli sagte laut Vernehmungsprotokollen, aus seiner Sicht habe die SEPI die Verwendung der Gelder nicht systematisch überwacht. Eine abschließende Bewertung durch das Gericht liegt nicht vor.
Bereits im August 2026 hatte der zuständige Richter die UDEF mit einer umfassenden Auswertung der Eigentümer- und Finanzstruktur von Plus Ultra beauftragt, um die Rolle venezolanischer Kapitalgeber nachzuzeichnen. In den jüngsten Vernehmungen schilderten Zeugen komplexe Zahlungsströme über Firmen mit Venezuela-Bezug. Zudem ist in den Unterlagen von Vereinbarungen über Zahlungen an Vermittler die Rede; diese wurden in den Ermittlungen teils dem Umfeld des ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zugeschrieben. Gegen den Ex-Regierungschef richtet sich nach derzeitigem Stand kein Tatverdacht.
Die Audiencia Nacional untersucht mögliche Straftatbestände im Zusammenhang mit dem Rettungsvorgang, darunter eine mögliche Irreführung staatlicher Stellen und Unregelmäßigkeiten bei der Mittelverwendung. Die aktuelle Phase umfasst Zeugenaussagen, polizeiliche Auswertungen und schriftliche Erklärungen. Sie ist nicht abgeschlossen; strafrechtliche Konsequenzen lassen sich derzeit nicht verlässlich absehen.
Die Aussagen der Ex-Manager verdichten den Verdacht, dass Einflussverhältnisse und Zahlungsflüsse innerhalb von Plus Ultra vor und nach der Kreditvergabe 2021 anders gelagert waren als offiziell dargestellt. Damit wächst der Prüfbedarf, ob die Voraussetzungen für die Bewilligung des Kredits und die behördliche Kontrolle der Mittelverwendung den rechtlichen Anforderungen entsprachen. Bestätigungen durch weitere gerichtliche Beschlüsse oder Veröffentlichungen der Audiencia Nacional stehen aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).