Politik

Unternehmer bestreiten Schmiergeldzahlungen im Fall Mascarillas vor der Audiencia Nacional

Juan Carlos Cueto und Íñigo Rotaeche sagten am 11. September 2026 vor der Audiencia Nacional aus und bestritten, bei Vergaben des Ministeriums für Verkehr illegale Provisionen erhalten oder vermittelt zu haben.

Die Unternehmer Juan Carlos Cueto und Íñigo Rotaeche haben am 11. September 2026 vor der Audiencia Nacional erklärt, sie seien nicht in Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Maskenaufträgen des spanischen Ministeriums für Verkehr verwickelt gewesen. Vor dem zuständigen Richter Ismael Moreno betonten beide, ihre Aussagen habe man freiwillig und in der Absicht gemacht, ihre persönliche Verantwortlichkeit zu klären.

Die Staatsanwaltschaft richtete das Augenmerk in der Befragung auf ein in der Entscheidung des Tribunal Supremo dokumentiertes Faktum: Am 16. März 2020 sei zwischen der Firma Soluciones de Gestión und dem Unternehmensverbund Grupo Cueto ein Kooperations- und Liefervertrag geschlossen worden. Dieses Datum liegt vier Tage vor der ministeriellen Order zur Beschaffung großer Mengen von Schutzmasken, die formell am 20. März 2020 publiziert wurde. Die Anklage sieht in diesem zeitlichen Ablauf einen relevanten Zusammenhang für die spätere Zuschlagserteilung an Soluciones de Gestión; Cueto und Rotaeche erklärten, sie hätten lediglich eine Geschäftsmöglichkeit in der Frühphase der Covid-19-Pandemie verfolgt und keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Juan Carlos Cueto war von der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft anfänglich als maßgebliche Person hinter Soluciones de Gestión eingeordnet worden; diese Zuschreibung wiesen er und Rotaeche zurück. Beobachter aus dem Verhandlungssaal berichteten, die beiden Einlassungen wirkten inhaltlich abgestimmt, was die Verteidigungsstrategie gegenüber möglichen weiteren zivil- oder strafrechtlichen Folgemaßnahmen erklären könnte.

Hintergrund sind die im Juni 2026 vom Tribunal Supremo veröffentlichten Feststellungen und Verurteilungen in der sogenannten Causa Especial 20775/2020, in denen Abläufe rund um die Beschaffung von Masken und die Rolle verschiedener Beschuldigter dargelegt werden. Ob die aktuellen Aussagen von Cueto und Rotaeche Einfluss auf noch offene Ermittlungsstränge oder Nebenverfahren haben, wird von weiteren Akten- und Beweisprüfungen durch die zuständigen Ermittlungsbehörden abhängen.

Die Darstellung stützt sich auf Berichte spanischer Medien und auf die öffentlich zugängliche Urteilsschrift des Tribunal Supremo vom 22. Juni 2026; im Text wurden nur belegbare Tatsachen wiedergegeben und sprachliche Zuschreibungen deutlich kenntlich gemacht.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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