Sumar hat am 26. August im Kongress der Abgeordneten eine sofortige Verlegung der unbegleiteten Minderjährigen aus Ceuta auf das spanische Festland gefordert, soweit eine sichere Rückkehr zu ihren Familien nicht möglich ist. Der Abgeordnete und Sprecher Alberto Ibáñez warf dem PSOE im Zusammenhang mit der jüngsten Migrationskrise in der Exklave eine zu nachsichtige Linie gegenüber Marokko vor und sprach von einem „Syndrom von Stockholm“ mit Blick auf König Mohammed VI. Zugleich kritisierte er, Ministerpräsident Pedro Sánchez komme zu spät, um die Regierungsstrategie zu erklären.
Als Anlass nannte Ibáñez die massenhaften Einreisen vom 30. Juli, die er als „hybriden Angriff auf die Souveränität Spaniens“ bezeichnete. Sumar verlangt neben der schnellen Verlegung der Kinder und Jugendlichen ein Ende der Externalisierung der Grenzkontrolle nach Marokko sowie eine klar differenzierende, schutzorientierte Betreuung der in Ceuta verbliebenen Personen. Die Prüfungen zu Alter, Identität und familiären Bindungen sollten nach Sumars Vorstellungen auf dem Festland in koordinierten, rechtsstaatlich abgesicherten Strukturen erfolgen.
Aus Regierungskreisen hieß es zuletzt, man arbeite an einem Plan zur Aufnahme von rund 500 unbegleiteten Minderjährigen. Verbindliche Beschlüsse mit konkreten Fristen lagen bis Mittwoch jedoch nicht öffentlich vor. Mehrere autonome Gemeinschaften signalisierten unterschiedliche Positionen zur Aufnahme: Einige erklärten Bereitschaft zur Mitwirkung, andere kündigten rechtliche Schritte gegen zentrale Verlegungen an. Die EU-Kommission erinnerte Spanien bereits in der Vorwoche an seine Pflicht, das Kindeswohl zu schützen.
Politisch erhöht die Intervention von Sumar den Druck auf die Exekutive. Während Ibáñez die Polizeiarbeit am 30. Juli ausdrücklich lobte, stellt seine Partei die strategische Kooperation mit Rabat in Frage und fordert eine härtere diplomatische Antwort auf die Ereignisse in der Meerenge. Der PSOE wies in den vergangenen Tagen den Vorwurf der Untätigkeit zurück und verwies auf laufende Abstimmungen zwischen Innenministerium, dem Ressort für Jugend und Kindheit, Justiz und den Regionen.
Die hier zitierten Aussagen von Alberto Ibáñez stammen aus seiner Pressekonferenz im Kongress. Die Bewertung der Juli-Ereignisse als „hybrider Angriff“ ist eine politische Zuschreibung Sumars. Operative Entscheidungen der Zentralregierung zur sofortigen Verlegung unbegleiteter Minderjähriger waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht als rechtsverbindlicher Erlass einsehbar; weitere Schritte hängen von der Koordination mit den Autonomien und der Justiz ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).