Die Regierung von Navarra hat am 4. September 2026 den Servicio de Reagrupación Familiar y Duelo Migratorio (SERFAM) als öffentlichen Dienst der Dirección General de Políticas Migratorias verankert. Der Schritt folgt auf mehrere Jahre, in denen das Angebot in Zusammenarbeit mit der Asociación SEI Elkartea aufgebaut und erprobt wurde. Die zuständige Vizepräsidentin und Ministerin für Wohnungswesen, Jugend und Migrationspolitik, Begoña Alfaro, stellte den Rahmen vor.
Der Dienst richtet sich an Familien, die im Zuge einer Reagrupación Familiar nach langen Trennungen wieder zusammenleben, sowie an Angehörige, die einen duelo migratorio durchlaufen. Ziel ist es, Bindungen zu stabilisieren, Risiken der Desintegration zu mindern und die schulische sowie soziale Integration von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Nach Regierungsangaben wurden 2025 insgesamt 376 Familien mit mehr als 1.100 Personen begleitet; für Januar bis Juni 2026 werden 205 weitere Familien genannt.
Vorgesehen ist eine vierjährige öffentliche Beauftragung mit einem Netto-Gesamtvolumen von 983.297,80 Euro. Die Leistungen sollen im gesamten Gebiet Navarras angeboten werden und familientherapeutische, sozioedukative und mediative Bausteine mit einer engen Vernetzung zu kommunalen Sozial-, Gesundheits- und Bildungsdiensten verbinden. Bestandteil ist zudem eine präventive „Pre-Encuentro“-Phase, in der Erwartungen und mögliche Konfliktfelder bereits vor der Ankunft nachgezogener Angehöriger bearbeitet werden. Die Asociación SEI Elkartea, die das Angebot bislang in Kooperation mit dem Gobierno de Navarra entwickelt hat, bleibt nach Regierungsangaben eingebunden.
Die institutionelle Verankerung folgt auf die Beobachtung, dass Herausforderungen bei der Wiederannäherung nach Trennungen sowie migrationsbedingte Verlusterfahrungen häufig kumulieren und sich auf Schulerfolg, psychische Gesundheit und Teilhabechancen auswirken können. Mit der nun gewählten Struktur sollen Unterstützungswege verstetigt und regional einheitlich zugänglich gemacht werden. Die Dirección General de Políticas Migratorias verweist auf bestehende Schnittstellen zu kommunalen Teams und landesweiten Programmen.
Zur konkreten Personaldecke, zur regionalen Verteilung der Angebote und zu einer systematischen Wirkungsbewertung über 2025 hinaus machte die Regierung am Mittwoch keine detaillierten Angaben. Die jetzt beschlossene öffentliche Verankerung und der mehrjährige Finanzrahmen markieren aber den Übergang von punktuellen Projektphasen zu einer dauerhaften Regelstruktur in Navarra.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).