Bewohner der Gemeinde Ruesga haben am 11. September 2026 beim Gobierno de Cantabria beantragt, die Genehmigungen für zwei geplante Batteriespeicher bei Fuente las Varas sowie für den Windpark Sierra de Sel zu versagen. Zur Begründung führen sie eine Gefährdung des karstischen Untergrunds, möglicher Quellen und des Grundwassers an. Die Eingabe knüpft an mehrmonatige lokale Proteste an und bezieht sich auf derzeit laufende Verwaltungsverfahren.
Nach Behördenangaben befinden sich die Energievorhaben in unterschiedlichen Verfahrensstadien. Für eines der Batterieprojekte liegt laut Boletín Oficial del Estado eine Resolution der Dirección General de Industria, Energía y Minas vom 17. Juli 2026 vor. Darin werden die Umweltauswirkungen unter Auflagen als nicht erheblich eingestuft, was jedoch keine abschließende Genehmigung ersetzt. Für den Windpark Sierra de Sel wurde zuvor ein Verfahren zur öffentlichen Auslegung durchgeführt; die Frist für Stellungnahmen endete im März 2026.
Die Einwender aus Ruesga verweisen auf fachliche Risiken für das Karstsystem um Fuente las Varas, warnen vor möglichen Einträgen in Trinkwasserquellen und betonen den Schutzwert des geologischen und kulturellen Erbes. Sie ordnen ihre Forderung zudem in eine breitere Ablehnung ein, die sich in lokalen Kundgebungen und in Beschlüssen des Parlamento de Cantabria widerspiegelt. Das Regionalparlament hatte im Frühjahr 2026 die Regierung in Santander aufgefordert, mehrere Windprojekte, darunter Sierra de Sel, abzulehnen.
Die Regionalverwaltung muss vor einem endgültigen Bescheid technische Gutachten, wasserrechtliche Bewertungen, geologische Expertisen und die Stellungnahmen betroffener Verwaltungen abwägen. Je nach Ergebnis sind unterschiedliche Folgen möglich: Eine Versagung der Genehmigungen würde die Projekte rechtlich stoppen, könnte aber verwaltungsgerichtliche Überprüfungen nach sich ziehen. Eine Genehmigung unter Auflagen würde voraussichtlich weitere juristische und politische Auseinandersetzungen auslösen. Unabhängig vom Ausgang bleibt die Entscheidung grundlegend für die Abwägung zwischen lokaler Umweltvorsorge und dem Ausbau der Energieinfrastruktur in Kantabrien.
Zugeschriebene Aussagen der Anwohner zu möglichen Auswirkungen und politische Bewertungen aus dem Parlament sind als Positionen der jeweiligen Akteure zu verstehen; sie ersetzen keine behördlichen oder gerichtlichen Feststellungen. Eine abschließende Entscheidung des Gobierno de Cantabria liegt nach aktuellem Stand nicht vor.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).