Gonzalo Sanz, Kabinettschef des Regierungsdelegierten in Ceuta, ist am Freitag, 11. September 2026, zurückgetreten. Auslöser waren in dieser Woche freigegebene Unterlagen des Centro Nacional de Inteligencia, die zeigen, dass sein Büro am 29. Juli 2026 per WhatsApp und in einem anschließenden Telefonat Hinweise auf einen in sozialen Netzwerken verbreiteten Aufruf zu massenhaften Grenzübertritten erhielt.
Den Dokumenten zufolge verwiesen die Hinweise auf Beiträge in Facebook-Gruppen mit zusammen rund 180.000 Abonnenten, in denen für den Folgetag Versuche angekündigt wurden, die Grenze schwimmend zu überwinden und den Zaun in Ceuta zu erklimmen. Zusätzlich ist eine etwa elfminütige telefonische Lagebesprechung zwischen einem Angehörigen des Nachrichtendienstes und einem Mitglied des Kabinetts vermerkt. Nach Regierungsangaben in Madrid handelte es sich dabei nicht um eine formale Alarmmeldung, sondern um reguläre Informationsweitergaben; die Informationen seien auch an andere Sicherheitsbehörden, darunter die Guardia Civil, übermittelt worden.
Der Regierungsdelegierte Miguel Ángel Pérez Triano erklärte, er habe den WhatsApp-Hinweis nicht persönlich erhalten und an der telefonischen Besprechung nicht teilgenommen. Sanz hielt dem in seiner Rücktrittserklärung entgegen, er habe die schriftliche Nachricht vom 29. Juli an den Delegierten weitergeleitet. Die widersprüchlichen Darstellungen führten nach seinen Worten zu einer „offensichtlichen Unvereinbarkeit“, die seinen Schritt notwendig gemacht habe. In der Delegación del Gobierno in Ceuta ist damit ein zentraler Vertrauenskonflikt offen zutage getreten.
Die massenhaften Grenzübertritte ereigneten sich am 30. und 31. Juli 2026. Seit der Veröffentlichung der Unterlagen am Mittwoch wächst der politische Druck: Oppositionsparteien sprechen von Versäumnissen in der Frühwarnkette, während die Regierung betont, die übermittelten Hinweise hätten den Charakter laufender Lageinformationen gehabt. Vertreter in Ceuta fordern klare Zuständigkeitsregeln für den Informationsfluss zwischen Nachrichtendienst, Regierungsdelegationen und Sicherheitskräften.
Ob es zu einer parlamentarischen Prüfung kommt, ist offen. Aus Koalitions- wie Oppositionskreisen werden entsprechende Schritte erwogen, um Kommunikationswege, Entscheidungsabläufe und Verantwortlichkeiten rund um die Ereignisse Ende Juli aufzuarbeiten. Eine Prognose über personelle Konsequenzen über den Rücktritt von Gonzalo Sanz hinaus lässt sich derzeit nicht belastbar treffen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).