Die spanische Regierung hat am 9. September 2026 deklassifizierte Unterlagen zur Lage in Ceuta veröffentlicht. Aus den Dokumenten geht hervor, dass der Centro Nacional de Inteligencia am 29. Juli 2026 um 13:52 Uhr per WhatsApp eine Warnung an das Kabinett der Delegación del Gobierno in Ceuta schickte. Laut Transkription verwies die Nachricht auf einen in sozialen Netzwerken kursierenden „llamamiento para asalto por valla y mar mañana a las 20:00 horas“, im zeitlichen Umfeld der Feier zum marokkanischen Thronfest am 30. Juli 2026.
Den Papieren zufolge umfasste die Veröffentlichung La Moncloas Berichte, Notizen und mehrere WhatsApp‑Nachrichten aus dem Zeitraum 1. bis 31. Juli 2026. Darin werden zwei Facebook‑Gruppen mit etwa 160.000 beziehungsweise 22.000 Mitgliedern sowie weitere WhatsApp‑Gruppen genannt; in der öffentlichen Einordnung ist von zusammen rund 180.000 Follower die Rede. Die Unterlagen enthalten außerdem dienstliche Mitteilungen an Einheiten der Guardia Civil und eine kurze Note an marokkanische Dienste.
Der Centro Nacional de Inteligencia betont, die Warnung sei an lokale Ansprechpartner adressiert worden. Zugleich räumt der Dienst in den vorgelegten Dokumenten ein, die „Magnitud y naturaleza“ der folgenden massenhaften Grenzübertritte nicht vollständig antizipiert zu haben. La Moncloa wiederum unterstreicht, die Freigabe der Akte solle die internen Abläufe transparent machen.
Oppositionsparteien und lokale Vertreter in Ceuta verlangen nun Aufklärung, warum die Hinweise nicht zu einer breiteren, national koordinierten Einsatzvorbereitung führten. Zur Debatte stehen demnach drei Punkte: Erstens, wie Online‑Aufrufe intern bewertet wurden; zweitens, ob und wann Informationen an übergeordnete Einsatzleitstellen eskaliert wurden; drittens, wie die Abstimmung mit marokkanischen Behörden in den Stunden vor dem 30. Juli 2026 erfolgte. Die Regierung verweist auf laufende Auswertungen; gesicherte Konsequenzen wurden bis Redaktionsschluss nicht benannt.
Gesichert ist: Am 29. Juli 2026 um 13:52 Uhr verschickte der Centro Nacional de Inteligencia eine WhatsApp‑Mitteilung an die Delegación del Gobierno in Ceuta, die explizit vor einem möglichen „Asalto por valla y mar“ am Folgetag warnte. Gesichert ist auch, dass La Moncloa die entsprechenden Unterlagen am 9. September 2026 veröffentlichte. Darüber hinausgehende Bewertungen zu Ablauffehlern, Verantwortlichkeiten oder Effekten der Warnung bleiben in den freigegebenen Dokumenten entweder offen oder sind als Einschätzungen gekennzeichnet und nicht als Tatsachen festgehalten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).