Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, hat am 10. September 2026 im Parlament die Erweiterung der Metro de Madrid um insgesamt 32 Kilometer angekündigt. Die neuen Abschnitte sollen in Richtung Las Tablas, Móstoles und Leganés führen. Es handelt sich nach Regierungsangaben um die größte derzeit geplante Netzausweitung. Verbindliche Zeitpläne, detaillierte Streckenführungen, Kostenrahmen und die Aufteilung der Finanzierung nannte Ayuso nicht.
Die Ankündigung erfolgte während des Debatte über den Zustand der Region. Ergänzend stellte die Regionalregierung in Aussicht, die stark ausgelastete Linie 6 an Wochenenden rund um die Uhr zu betreiben. Ob und wann dieser 24-Stunden-Betrieb starten kann, hängt nach jetzigem Stand von Haushaltsentscheidungen, Personalplanung und Betriebsversuchen ab.
Zu den in Madrid laufenden oder bereits beschlossenen Vorhaben verwies die Regierung auf frühere Projekte: Im März 2026 war der nächste Bauabschnitt der Linie 11 offiziell gestartet worden. Im Juli präsentierte die Regionalverwaltung zudem den ersten von 48 neuen Zügen für die Linie 6, die ab 2027 schrittweise in Betrieb gehen sollen. Der jetzt genannte Ausbau um 32 Kilometer ist davon unabhängig und bedarf eigener Planfeststellungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Ausschreibungen.
Für Leganés ist die politische Ausgangslage vielschichtig: Noch im April 2026 hatte die Regionalregierung erklärt, eine Verlängerung der Linie 11 dorthin nicht zu verfolgen, weil die Kommune bereits über ein breites öffentliches Verkehrsangebot verfüge. Die neue Ausbauankündigung lässt offen, mit welcher Linie Leganés künftig besser angebunden werden soll. Damit bleiben zentrale Weichenstellungen – einschließlich der Frage nach möglicher Kofinanzierung durch die Stadt Madrid, den Zentralstaat oder EU-Mittel – vorerst ungeklärt.
Kommunen im Süden der Region wie Móstoles und Leganés fordern seit Jahren engere Taktungen und zusätzliche Schienenkapazitäten. Befürworter verweisen auf wachsende Pendlerströme und städtebauliche Verdichtung, Kritiker auf ausstehende Machbarkeits- und Kosten-Nutzen-Nachweise. Bis zu formellen Beschlüssen und veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen bleibt die Netzerweiterung eine politische Absichtserklärung. Erst mit belastbaren Finanzierungszusagen und genehmigten Projekten wird aus der Ankündigung ein realer Ausbaupfad für die Metro de Madrid.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).