Madrid, 28. August 2026 – Die spanische Regierung hat die Autonome Stadt Ceuta aufgefordert, die ausstehende Entscheidung zur Verlegung von 500 minderjährigen Migrantinnen und Migranten auf das spanische Festland zu treffen. Staatssekretär Rubén Pérez Correa erklärte im Radiosender Radio Nacional de España, Ceuta trage als zuständige Behörde die rechtliche Verantwortung und müsse die erforderlichen Verwaltungsakte unterzeichnen. „Es ist eine Entscheidung, die noch nicht getroffen wurde, und sie kann in 24 Stunden erfolgen“, sagte er.
Nach Angaben des Staatssekretärs hat die Zentralregierung organisatorische und finanzielle Unterstützung angeboten, um besonders schutzbedürftige Minderjährige zügig in besser ausgestattete Betreuungseinrichtungen in verschiedenen Regionen der Halbinsel zu verlegen. Die konkrete Ausführung setze jedoch eine formale Zustimmung der Stadt voraus. Ceuta ist in Spanien für die Aufnahme, Unterbringung und Vormundschaft unbegleiteter Minderjähriger auf seinem Gebiet verantwortlich.
Hintergrund ist der starke Druck auf die Aufnahmestrukturen in Ceuta. Die Regierung hatte angekündigt, die Ausreise von insgesamt 500 Minderjährigen zu beschleunigen, um die Versorgung zu stabilisieren und Betreuung in kleineren Einheiten zu ermöglichen. Das UNHCR bewertete zuletzt die Verlegung als Möglichkeit, einen angemesseneren Betreuungsrahmen zu schaffen. Zugleich betonte das Ministerium für Kindheit und Jugend, dass jede Maßnahme die Garantien des Kinderschutzrechts wahren müsse.
Politisch ist die Lage angespannt. Vorschlägen für Sammelrückführungen Minderjähriger hatte die Regierung in den vergangenen Tagen eine klare Absage erteilt und sie als rechtswidrig bezeichnet. Stattdessen setzt sie auf innerstaatliche Verteilungen und die Unterstützung der Regionen. Einige autonome Gemeinschaften haben Bereitschaft zur Aufnahme signalisiert; Details werden nach Regierungsangaben mit Blick auf Kapazitäten und das Kindeswohl abgestimmt.
Die Entscheidungskompetenz für den Start der Transfers liegt nach Darstellung des Staatssekretärs bei Ceuta. Erst mit der Unterzeichnung der nötigen Verwaltungsakte könnten Transporte kurzfristig anlaufen. Pérez Correa bekräftigte, sein Ressort habe die Routen, Unterbringungsplätze und Finanzierungswege vorbereitet. Weitere Einzelheiten, etwa die genaue Staffelung der Transfers und die Verteilung auf einzelne Regionen, nannte er nicht.
Angesichts der aktuellen Überlastung in Ceuta gilt eine rasche Entlastung als dringlich. Ob die Stadtregierung der Verlegung kurzfristig zustimmt, war am Donnerstag noch offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).