Vor den für Mittwoch, den 2. September 2026, angesetzten Solidaritätskundgebungen für Ceuta hat der Partido Popular (PP) seine Mitglieder und Mandatsträger zur landesweiten Teilnahme mobilisiert. Die Federación Española de Municipios y Provincias (FEMP) hat die Aktionen für 20 Uhr vor den Rathäusern der Gemeinden einberufen, als Zeichen der Unterstützung für die kommunalen Dienste und die Bevölkerung der autonomen Stadt nach den massenhaften Grenzübertritten Ende Juli. In der Ankündigung vom 25. August bezeichnet die FEMP den Tag als „Día de Ceuta“.
Der PP kündigt eine starke Präsenz an. Parteichef Alberto Núñez Feijóo plane nach Parteiangaben am Mittwochvormittag nach Ceuta zu reisen und am Abend in Madrid an der von der FEMP ausgerufenen Kundgebung teilzunehmen. Aus der Parteizentrale hieß es, die Teilnahme solle „ausdrücklich und deutlich“ erfolgen. Aus PP-Kreisen wurde zudem signalisiert, man werde in Kommunen ohne Unterstützung durch die örtlichen Verwaltungen eigene Versammlungen organisieren. Umgekehrt spricht der PP von einem „Boykott“ durch sozialistische Verantwortliche in einigen Gebieten.
Die PSOE wirft dem PP vor, die Initiative der FEMP parteipolitisch zu vereinnahmen. Innerhalb der FEMP kritisierten Oppositionsgruppen die Amtsführung der Präsidentin María José García-Pelayo (PP), zugleich Bürgermeisterin von Jerez de la Frontera, als einseitig. Die Reaktionen der Rathäuser fallen uneinheitlich aus: Zahlreiche Kommunen kündigten ihre Teilnahme an, andere – besonders solche mit sozialistischer Führung – wollen sich nicht beteiligen oder suchen noch den Konsens über Form und Rahmen der Versammlung.
Hintergrund der Mobilisierungen ist die außergewöhnliche Migrationslage am 30. und 31. Juli 2026. Die Zentralregierung beziffert die Zahl der Personen, die damals irregulär nach Ceuta gelangten, auf rund 72.000; Medien berichten über Bandbreiten zwischen 70.000 und 80.000. Die Staatsanwaltschaft meldete seither Ermittlungen zu 20 sexuellen Übergriffen auf Migrantinnen und minderjährige Mädchen in Ceuta. Diese Angaben heizen die politische Debatte über die Bewertung der Ereignisse ebenso an wie über Zuständigkeiten und Maßnahmen vor Ort.
Politisch erhält der 2. September zusätzliches Gewicht, weil Ministerpräsident Pedro Sánchez am Donnerstag, 3. September 2026, im Kongress zur Lage in Ceuta und zur Krisenbewältigung Stellung nehmen soll. Beobachter verweisen auf die enge zeitliche Abfolge von Kundgebungen und Parlamentsauftritt – und auf den Versuch der großen Parteien, die öffentliche Deutung der Ereignisse zu prägen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).