Aktuell

Moreno drängt Sánchez auf Reaktivierung der Guardia-Civil-Einheit OCON-Sur

Andalusiens Regierungschef Juanma Moreno hat am 23. August die Zentralregierung aufgefordert, die 2018 geschaffene und 2022/2023 aufgelöste Spezialeinheit OCON-Sur der Guardia Civil wieder einzusetzen. Er verweist auf wachsende Schmuggleraktivitäten und fehlende Mittel; Madrid hat…

Der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, hat am 23. August die spanische Regierung unter Pedro Sánchez aufgefordert, die auf den Kampf gegen den Drogenhandel spezialisierte Einheit OCON-Sur der Guardia Civil wiederzubeleben. Zur Begründung nannte er eine Zunahme krimineller Aktivitäten in mehreren Provinzen Andalusiens sowie aus seiner Sicht unzureichende personelle und materielle Ausstattung der Sicherheitskräfte. Eine Reaktion aus Madrid lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

OCON-Sur war 2018 als koordinierende Einsatzstruktur für Ermittlungen gegen Schmugglernetzwerke im Süden Spaniens geschaffen worden, insbesondere mit Blick auf den Küstenraum und das Campo de Gibraltar. Nach damaligen Angaben umfasste sie rund 150 spezialisierte Beamte. In den Jahren 2022 bis 2023 wurde die Einheit aufgelöst bzw. in andere Diensteinheiten überführt. Das Ministerio del Interior begründete diesen Schritt mit operativen Erwägungen; Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte wiederholt betont, die Bekämpfung des Drogenhandels sei nach der Neuaufstellung weiterhin gewährleistet. Seitdem liegt der Fokus stärker bei den regulären Ermittlungseinheiten der Guardia Civil, darunter die EDOA der Policía Judicial, sowie bei territorialen Kommandos.

Moreno stellt dem entgegen, dass sich die Lage an Teilen der andalusischen Küste zuletzt wieder verschärft habe. Konkrete aktuelle Daten zu Beschlagnahmungen, Routen oder Netzwerkstrukturen nannte er nicht; er verwies jedoch auf Hinweise aus den betroffenen Regionen und beklagte fehlende Ausrüstung und Personal bei der Guardia Civil. Die Forderung zielt damit auf eine erneute, zentral gebündelte Schlagkraft in der Region.

Politisch wird die Debatte von der Partido Popular flankiert, die im Juli im Congreso de los Diputados einen Plan für die südlichen Küsten eingebracht hat, der ausdrücklich die Wiederherstellung einer OCON-Sur-ähnlichen Struktur vorsieht. Während Regierungsvertreter den damaligen Umbau der Zuständigkeiten als fachlich begründet darstellen, kritisieren regionale Akteure in Andalusien die aus ihrer Sicht entstandenen Lücken in der operativen Koordination.

Eine Reaktivierung von OCON-Sur hätte organisatorische, personelle und haushalterische Folgen. Sie würde die Einsatzplanung der Guardia Civil, die Rolle der landesweiten und regionalen Ermittlungsdienste sowie die Abstimmung mit Justizbehörden betreffen. Ohne belastbare, amtliche Zahlen zur aktuellen Entwicklung des Drogenhandels bleibt die Bewertung der Wirksamkeit der bisherigen Struktur vorerst offen. Ob das Ministerio del Interior die Forderung Morenos aufgreift, ist derzeit ungeklärt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels