In Cornellà de Llobregat haben am 21. Oktober 2026 Vertreter großer spanischer Metropolräume eine gemeinsame Linie für künftige Politikfelder beraten. Gastgeber war das Área Metropolitana de Barcelona (AMB), das zur Konferenz „Una agenda metropolitana para las ciudades españolas“ ins Museu de les Aigües eingeladen hatte. Aus Barcelona, Zaragoza, Bilbao und Málaga kamen Kommunal- und Verbandsverantwortliche zusammen, um Positionen zu Wohnungsbau, Klimaanpassung, digitaler Infrastruktur und Metropolverwaltung zu bündeln.
Zum Auftakt sprachen der Bürgermeister von Cornellà und AMB‑Vizepräsident, Antonio Balmón, sowie Barcelonas Bürgermeister und AMB‑Präsident, Jaume Collboni. Aus Ministerien nahmen Fachvertreter für Wohnen und Territorialpolitik teil. In mehreren Panels ging es um die Governance von Metropolregionen, um Instrumente für bezahlbaren Wohnraum, den Schutz vor Hitzewellen und Überschwemmungen sowie um die digitale Transformation städtischer Dienstleistungen.
Teilnehmende aus zivilgesellschaftlichen und fachlichen Netzwerken unterstrichen die Rolle strategischer Planung. Vom Pla Estratègic Metropolità de Barcelona beteiligte sich Oriol Estela Barnet an einer Diskussion über „Zivilgesellschaft und strategisches Denken“. Beiträge kamen zudem von Bilbao Metrópoli 30, der Fundación CIEDES aus Málaga und Ebrópolis aus Zaragoza. Aus Sicht dieser Akteure sollten Metropolverwaltungen künftig stärker als Quelle öffentlicher Politik dienen – weil sie nahe an Alltagsproblemen wie Pendelverkehr, Mieten und Energiearmut arbeiten und verschiedene Kommunen koordinieren.
Nach Angaben der Veranstalter zielen die vorgeschlagenen Maßnahmen auf verbindlichere Koordination zwischen Staat, Regionen und Metropolräumen. Genannt wurden etwa klare Zuständigkeiten bei Wohnbauförderung und Bodenpolitik, gemeinsame Datenstandards für Mobilität und Daseinsvorsorge sowie regionale Klimapakte mit Finanzierung für Anpassung und Resilienz. Für die digitale Transformation wurden Interoperabilität, Cybersicherheit und ein barrierefreier Zugang zu Diensten als Prioritäten genannt.
Der Kontext ist für Barcelona besonders sichtbar: Das AMB begeht in diesem Jahr sein 15‑jähriges Bestehen in seiner heutigen Form. Aus Sicht der Gastgeber zeigt die Erfahrung, dass über Gemeindegrenzen koordinierte Antworten schneller Wirkung entfalten können – von sozialen Mietprogrammen über Hitzeaktionspläne bis zu vernetzten Verkehrs- und Datendiensten. Ob und wie die Anstöße aus Cornellà in nationale Programme einfließen, liegt nun bei den beteiligten Verwaltungen und Ressorts. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kündigten an, ihre Vorschläge in den kommenden Monaten gemeinsam zu präzisieren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).