Wirtschaft

Banco de España testet Datenaustausch mit Unternehmen für Kreditwürdigkeitsprüfung

Die spanische Zentralbank hat am 23. Oktober 2026 in Valencia den Piloten ICAS BE vorgestellt. Ziel ist ein direkter Informationsfluss von großen Unternehmen an die Bank, um interne Bonitätsbewertungen zu präzisieren.

Der Banco de España hat am 23. Oktober 2026 in Valencia den Piloten ICAS BE vorgestellt. Mit dem Programm will die Zentralbank Informationen direkt von großen Unternehmen einholen, um ihre internen Bewertungen der Kreditwürdigkeit zu verbessern und Unternehmen Einblick in ihre eigene Beurteilung zu geben. Unterstützt wurde die Präsentation von der Cámara de Comercio de España und der Cámara de Comercio de Valencia.

Nach Angaben der Zentralbank erweitert der Pilot die bislang genutzte Datengrundlage. Bisher stützte sich die Bank vor allem auf eigene Bestände und öffentlich verfügbare Quellen. Der direkte Austausch soll ein näheres und aktuelleres Bild der Unternehmenslage liefern und so die Qualität der internen Bewertungen erhöhen. Zugleich will der Banco de España teilnehmenden Unternehmen Informationen zu ihrer Einschätzung bereitstellen, damit sie ihr Risikoprofil besser verstehen und den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten gegebenenfalls erleichtern können.

ICAS BE ist der bankinterne Rahmen für Kreditbeurteilungen, der bereits in der Geldpolitik eingesetzt wird. Er dient unter anderem dazu zu prüfen, ob von Banken eingereichte Unternehmensforderungen als Sicherheiten den Qualitätsanforderungen des Eurosystem erfüllen. Der nun gestartete Pilot weitet diese Nutzung aus und erprobt Verfahren für den sicheren Austausch und die Aufbereitung sensibler Unternehmensdaten. Zuvor hatte die Bank das Vorhaben im Juni 2026 in Madrid und Barcelona mit ersten teilnehmenden Unternehmen angestoßen.

Konkrete Zeitpläne für eine Ausweitung auf weitere nichtfinanzielle Unternehmen nennt der Banco de España nicht. Die Institution verweist auf die Notwendigkeit, rechtliche und datenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten, bevor zusätzliche Datenflüsse dauerhaft etabliert werden. Die Europäische Vorschriftenlage sowie nationale Regelwerke zur Datenverarbeitung und zum Bankgeheimnis setzen hierbei den Rahmen.

Der Ansatz reiht sich in eine breitere europäische Entwicklung ein, Aufsehern und Zentralbanken gezieltere Informationen für die Beurteilung von Ausfallrisiken bereitzustellen. Für Unternehmen bedeutet ein formalisierter Datenaustausch potenzielle Vorteile durch mehr Transparenz gegenüber Kreditgebern und eine möglicherweise passgenauere Finanzierung. Zugleich können höhere Offenlegungspflichten und technische Anforderungen entstehen. Wie sich dies auf Kreditkonditionen oder Meldepflichten auswirkt, hängt vom Verlauf der Pilotphase und den daraus folgenden regulatorischen Entscheidungen ab. Europa Press berichtete am 23. Oktober 2026 ebenfalls über die Vorstellung in Valencia.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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