Wirtschaft

Banco de España kündigt Forschungskonferenz zum Wandel des Währungssystems an

Die Notenbank versammelt am 30. November und 1. Dezember 2026 in Madrid Forschende und Zentralbanker zu Fragen digitaler Vermögenswerte, sicherer Anlagen und Leitwährungen.

Die Banco de España richtet am 30. November und 1. Dezember 2026 in Madrid ihre neunte Jahresforschungskonferenz zum Thema „Structural change in the international monetary system: Challenges for central banks“ aus. Der zweitägige Austausch findet im Sitzungssaal Hemiciclo II statt und ist nach Angaben der Notenbank nur auf Einladung zugänglich.

Das veröffentlichte Programm gliedert die Konferenz in vier thematische Sitzungen. Im Mittelpunkt stehen die wachsende Rolle digitaler Vermögenswerte, die weltweite Verfügbarkeit sicherer Anlagen, die Bestimmung der dominanten internationalen Währung sowie Fragen der Kapitalmarktintegration. Vorgesehen sind Fachvorträge und Diskussionsrunden mit Beiträgen von Forschenden und Vertreterinnen und Vertretern von Zentralbanken aus Europa und den Vereinigten Staaten. Uhrzeiten für Panels und Pausen sind im Programm ausgewiesen.

Die Themenwahl adressiert drei aktuelle Herausforderungen für Zentralbanken. Erstens rücken mit Stablecoins und anderen digitalen Vermögenswerten neue Technologien, Geschäftsmodelle und potenzielle Risiken für Finanzstabilität und Zahlungsverkehr in den Blick. Zweitens verschieben geopolitische Spannungen und unterschiedliche Fiskalpfade das Angebot an als sicher geltenden Vermögenswerten, was Preisbildung, Liquidität und internationale Portfolioströme beeinflussen kann. Drittens stellt sich die Frage, wie sich Dominanz und Nutzung internationaler Leitwährungen in einem fragmentierteren globalen Finanzsystem entwickeln.

Für Spanien und die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion berühren diese Fragen die Wirksamkeit geldpolitischer Transmission, die Robustheit des Finanzsystems sowie die Rolle europäischer Initiativen zur Bereitstellung sicherer Vermögenswerte. Einschätzungen zu Folgen für Geldpolitik oder Märkte sind als Einordnung zu verstehen; die Veranstaltungsankündigung enthält keine politischen Beschlüsse. Konkrete Maßnahmen erfordern eigene Entscheidungen der zuständigen Institutionen.

Die Banco de España positioniert die Konferenz als Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Erwartbar ist, dass Ergebnisse in Form von Forschungsarbeiten, Policy-Notizen und Fachdebatten nachwirken. Ob daraus Handlungsoptionen etwa zur Regulierung digitaler Vermögenswerte, zu Standardisierungen am Kapitalmarkt oder zur Stärkung des Euro als internationale Währung erwachsen, hängt von weiteren Prüfungen, internationaler Abstimmung und politischen Prozessen ab. Mit Blick auf die Terminlage kurz vor Jahresende dürfte die Veranstaltung vor allem Impulse für die Arbeitsprogramme 2027 in Forschung und Zentralbanken setzen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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