Gesellschaft

Mehr als eine Million Kinder in Spanien starten ohne Mensazuschuss ins Schuljahr

Educo warnt zum Schuljahresbeginn 2026/2027: Rund 1,2 Millionen Kinder gehen leer aus, nur 981.000 erhalten Hilfen. Die NGO fordert einheitliche Kriterien und mehr staatliche Mittel.

Zum Auftakt des Schuljahres 2026/2027 warnt die Kinderrechtsorganisation Educo vor einer großen Lücke bei der Mittagsverpflegung an Schulen in Spanien. Nach ihren Angaben gehen rund 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche ohne Mensazuschuss in das neue Schuljahr. Lediglich 981.000 Schülerinnen und Schüler erhalten derzeit eine Essensbeihilfe. Educo stützt diese Bestandsaufnahme auf das eigene Dossier „Vuelta al cole, ¿vuelta al comedor?“ und verweist auf amtliche Kennziffern zur Armutsgefährdung. elDiario.es berichtete am 3. September darüber.

Die Direktorin von Educo, Pilar Orenes, kritisiert unzureichende Finanzierung und zersplitterte Förderkriterien: Spanien erreiche beim Mitteleinsatz für Schulverpflegung nicht das Niveau anderer europäischer Länder. Orenes warnt, dass fehlende Zuschüsse „die gute Ernährung von Kindern und Jugendlichen gefährden“, wenn Haushalte die gestiegenen Kosten nicht auffangen können. Laut der Organisation leben mehr als 2,2 Millionen Schülerinnen und Schüler in Haushalten mit Armutsgefährdung oder Risiko sozialer Ausgrenzung, doch weniger als die Hälfte von ihnen profitiert von den sogenannten becas de comedor.

Zentral für die Lücken ist die Zuständigkeit der Autonome Gemeinschaften: Zugangskriterien, Antragswege und Zuschusshöhen unterscheiden sich teils stark, ebenso die Verfügbarkeit von Mensaangeboten an den Schulen. Fachleute verweisen auf erhebliche regionale Unterschiede bei der Abdeckung und warnen vor besonderen Belastungen für Familien mit mehreren Kindern. In einigen Regionen werden Zuschüsse kommunal aufgestockt, in anderen bleiben Budgets auf dem Vorjahresstand.

Fakt und Forderung sind zu trennen: Die genannten Zahlen beschreiben den aktuellen Versorgungsgrad zum Schuljahresbeginn 2026/2027. Politische Vorschläge – etwa verbindliche, landesweit geltende Mindeststandards für Anspruch und Höhe der Unterstützung sowie zusätzliche staatliche Finanzmittel – sind Positionen der Organisation und bedürfen der Entscheidung durch Parlament und Regierungen auf staatlicher und regionaler Ebene. Kurzfristige Entlastung könnte über Nachbesserungen in den Haushalten der Autonome Gemeinschaften und der Kommunen kommen; strukturell geht es um eine verlässliche, einkommensabhängige Absicherung des Schulessens.

Die Debatte hat unmittelbare Relevanz für laufende Haushaltsberatungen. Educo plädiert für klar definierte Anspruchsgrenzen, einheitliche Datenerfassung über Berechtigte und Empfänger sowie mehr Transparenz bei Wartezeiten und Ablehnungsgründen. Ziel sei, Versorgungslücken zu schließen und die gesundheits- und bildungspolitischen Folgekosten von Mangelernährung zu vermeiden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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