Die Provinz Málaga ringt zum Ende der Sommersaison 2026 erneut um eine belastbare Wasserversorgung. Der touristische Spitzenbetrieb an der Costa del Sol trifft auf Systeme, deren Reserven nach der jüngsten Erholung wieder unter saisonalem Druck stehen. Laut regionalen Stellen zählte die Costa del Sol 2025 rund 14,65 Millionen Besucher und einen wirtschaftlichen Beitrag von etwa 21,8 Milliarden Euro. Diese Größenordnung verschärft den Zielkonflikt zwischen städtischer Versorgung, Abwasserreinigung und landwirtschaftlichen Bedarfen.
Rechtlich ist der Rahmen eindeutig: Die Ley de Aguas de Andalucía verpflichtet seit 2010 Gemeinden und supramunicipale Verbünde mit mehr als 10.000 Einwohnern zu Notfallplänen für Trockenzeiten. Die Dürre 2022 zeigte jedoch Lücken bei der praktischen Umsetzung. Die Junta de Andalucía stufte Systeme wie Viñuela-Axarquía und die Costa del Sol Occidental als von außergewöhnlicher Trockenheit betroffen ein. Zugleich wurden Eilmaßnahmen beschlossen, um Versorgungsengpässe zu dämpfen. Zugeordnet werden diesen Schritten sowohl Umleitungen als auch zusätzliche Bohrungen und temporäre Druckerhöhungen.
Seither sind Projekte angestoßen worden, die strukturelle Schwächen adressieren: Die Desaladora de Marbella wird ausgebaut, um die Produktion zu erhöhen. Reversible Pumpkapazitäten wie an der Station La Rosaleda sollen Flexibilität bei der Verteilung schaffen, insbesondere für die Axarquía. Kommunale und regionale Programme zielen ferner auf die Reduzierung von Leitungsverlusten und die Modernisierung von Kläranlagen.
Trotz dieser Fortschritte bleiben zwei Punkte zentral. Erstens sind die Notfallpläne nicht in allen Verbünden abschließend verabschiedet oder regelmäßig aktualisiert, obwohl die Pflicht seit Jahren gilt. Zweitens fehlt es an ausreichend gesicherten Speicherkapazitäten und schnell skalierbaren Quellen, um Lastspitzen im Sommer robust abzufangen. Hier kollidieren kurzfristige Provisorien mit dem Bedarf an belastbaren, finanziell hinterlegten Lösungen.
Für die kommenden Monate bedeutet dies: Die Koordination zwischen touristischer Nachfrage, Haushaltsverbrauch und Bewässerung muss präziser geregelt werden. Priorität haben überprüfbare Systempläne, zusätzliche Speicher, der zeitnahe Ausbau der Entsalzung und die Wiederverwendung aufbereiteten Wassers. Politische Bewertungen, etwa zur Rangfolge der Wasserzuteilungen, bleiben umstritten und müssen transparent begründet werden. Faktisch messbar sind dagegen Projektfortschritte, genehmigte Budgets und reservoirbezogene Kennzahlen. Ohne klare Fristen und Zuständigkeiten drohen erneut Ad-hoc-Entscheidungen – mit höheren volkswirtschaftlichen Kosten, als sie eine rechtzeitig geplante Vorsorge verursacht hätte.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).