Anwohner des cartagener Viertels Los Mateos berichten erneut über giftigen Staub, der aus dem kommunalen Baufeld Unidad de Actuación UA1 in ihre Wohnungen dringe. Laut elDiario.es vom 26. August 2026 legten Betroffene und lokale Verbände aktuelle private Analysen vor, die erhöhte Bleiwerte in Hausstaub und – nach Angaben der Plattform – auch in Blutproben einzelner Bewohner nahelegen. Die PSOE verlangte bereits am 21. August 2026 zusätzliche medizinische Untersuchungen in den am stärksten betroffenen Bereichen und warnte zuvor vor frei liegenden Asbestresten.
Der Hintergrund ist dokumentiert: Am 8. Juni 2023 erwarb die städtische Gesellschaft Casco Antiguo S.A. die Parzelle UA1, um dort rund 40 Sozialwohnungen zu bauen, finanziert aus Programmen von Next Generation EU. Bereits vor dem Kauf lagen Berichte mit deutlichen Warnungen vor – darunter ein Gutachten der Universidad Politécnica de Cartagena (März 2023) und eine externe Bewertung vom 1. Juni 2023. Beide verwiesen auf stark erhöhte Konzentrationen von Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen im Boden, teils bis zu 2.600‑fach über den Referenzwerten der Region Murcia.
Politisch ist der Vorgang umstritten. 2025 verteidigte der Stadtrat die Rechtmäßigkeit der Transaktion und lehnte die Einsetzung einer Untersuchungskommission ab; städtische Techniker bescheinigten Preis und Verfahren Konformität. Gleichzeitig wuchs in Los Mateos der Unmut über Staubbelastungen und ausstehende Sicherungsmaßnahmen am Gelände. Die aktuelle Berichterstattung vom 26. August 2026 hat die Auseinandersetzung verschärft.
Die Präsenz schwermetallhaltiger Materialien im UA1‑Areal ist durch mehrere technische Unterlagen belegt. Welche gesundheitlichen Risiken daraus folgen, hängt von Exposition, Stoff und Konzentration ab und bedarf medizinischer und epidemiologischer Prüfung. Zuständig für die Sicherung des kommunalen Grundstücks ist das Ayuntamiento von Cartagena, während die Region Murcia die Boden‑Referenzwerte festlegt.
Offen bleibt vor allem, welche kurzfristigen Schutzmaßnahmen die Stadt nun greift – etwa die staubarme Abdeckung kontaminierter Flächen, die Sicherung des Geländes, die Entfernung offener Ablagerungen – und wie ein belastbarer Zeitplan für eine vollständige Sanierung aussieht. Klar ist: Die neuen Vorwürfe und die vorgelegten Analysen erhöhen den Druck auf Verwaltung und Gesundheitsbehörden, transparente Informationen bereitzustellen, unabhängige Untersuchungen zu veranlassen und die betroffene Nachbarschaft in Los Mateos wirksam zu schützen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).