Die Notfallbehörden der Illes Balears haben am Mittwoch für Menorca die Alarmstufe Orange (IG-1 des Plans Meteobal) wegen erwarteter Rissagas ausgerufen. Nach Angaben der Dirección General de Emergencias e Interior, über die zuerst Europa Press berichtete, gilt die Verschärfung für den heutigen Tag und richtet sich besonders an Hafenbetreiber, Küstendienste und Kommunen. Parallel hält die staatliche Wetterbehörde AEMET für Menorca zwischen 08.00 und 23.59 Uhr einen amtlichen Gelbhinweis aktiv; für diesen Zeitraum werden kurzfristige Meeresschwankungen von bis zu 0,9 Metern prognostiziert.
Der Schritt der regionalen Einsatzleitung bedeutet eine höhere Bereitschaft im Risikomanagement, während die amtliche Gefahrenstufe von AEMET weiterhin auf Gelb bleibt. Die Behörden begründen die Aktivierung mit der Wahrscheinlichkeit signifikanter, rasch einsetzender Pegeländerungen in Küsten- und Hafenbereichen. Rissagas sind sprunghafte Oszillationen des Meeresspiegels, die durch atmosphärische und barometrische Störungen entstehen und lokal die übliche Gezeitenlage deutlich überlagern können.
Die Dirección General de Emergencias e Interior empfiehlt, Boote in Häfen zusätzlich zu sichern, Stege und tiefliegende Uferzonen zu meiden und Fahrzeuge sowie Material nicht in potenziell überflutungsgefährdeten Bereichen zu belassen. Betreiber von Hafen- und Küstenanlagen wurden aufgefordert, Sicherungspläne zu überprüfen und Personal zu sensibilisieren. Konkrete allgemeine Sperrungen oder Evakuierungen lagen am Vormittag nicht vor.
AEMET verweist in ihren maritimen Hinweisen auf den betroffenen Küstenabschnitt Menorcas und die erwarteten Zeitfenster der Oszillationen. Die unterschiedlichen Stufen – interner Orange-Alarm im regionalen Einsatzplan einerseits und amtlicher Gelbhinweis der AEMET andererseits – sind in Spanien gängige, einander ergänzende Instrumente: Während AEMET die meteorologische Gefahrenlage einstuft, passt die Notfallleitung der Illes Balears operative Bereitschaft und Empfehlungen an lokale Risiken an.
Erfahrungen aus früheren Rissaga-Lagen auf den Balearen zeigen, dass sich Auswirkungen stark von Hafen zu Hafen unterscheiden können. Besonders gefährdet sind festgemachte Wasserfahrzeuge, Festmacherleinen, niedrig liegende Kaianlagen und Promenaden. Die Behörden raten, die Entwicklungen über die offiziellen Kanäle der AEMET und der regionalen Notfallleitung eng zu verfolgen und Anweisungen vor Ort zu beachten. Prognosen können sich mit der Wetterlage ändern; die heutige Einstufung wird laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).