Der Madrider Ermittlungsrichter Arturo Zamarriego hat seine Zuständigkeit im Fall der ehemaligen PSOE-Mitgliedin Leire Díez zugunsten der Audiencia Nacional aufgegeben. In einer auf den 11. August 2026 datierten Verfügung des Juzgado de Instrucción nº 9 de Madrid akzeptiert er, dass die dort bereits laufende, weiter gefasste Untersuchung unter Richter Santiago Pedraz die Vorgänge einheitlich bearbeitet. Damit werden bislang parallel geführte Stränge in einem Verfahren zusammengeführt.
Gegenstand der Ermittlungen sind der Verdacht koordinierter Versuche, gerichtliche Verfahren zu beeinflussen und behördliche Informationen für außerprozessuale Interessen zu nutzen. Díez war zugleich in Madrid und vor der Audiencia Nacional wegen mutmaßlicher Mitwirkung an einem solchen Geflecht in den Blick der Justiz geraten. Pedraz führt nach Gerichtsangaben ein Verfahren mit größerem Umfang und einem weiteren Kreis potenziell Betroffener, das mögliche Delikte mit Bezug zu staatlichen Institutionen umfasst.
Mit der Abgabe hob Zamarriego ausstehende Verfahrenshandlungen auf. Dazu zählt insbesondere die geplante Auswertung einer Tonaufnahme, die der Staatsanwalt Ignacio Stampa von einem Gespräch mit Leire Díez angefertigt haben soll. Die akustische Analyse war für den 20. August durch die Einheit für Akustik der Brigada Provincial de Policía Científica terminiert. Die Aufhebung begründete der Richter mit der Notwendigkeit einer geschlossenen Beweisführung in der nun zuständigen Gerichtsbarkeit; die Staatsanwaltschaft trug die Entscheidung mit.
Zugleich ersuchte Zamarriego die Audiencia Provincial de Madrid um Klarstellung, ob und in welchem Rahmen geprüft werden darf, ob Einheiten der Guardia Civil personenbezogene Daten oder Treffen von Díez unzulässig nachverfolgt haben. Diese Frage betrifft abgrenzbare Aspekte möglicher Ermittlungsmaßnahmen und bleibt nach der Kompetenzverlagerung gesondert zu entscheiden.
Die Audiencia Nacional unter Santiago Pedraz befasst sich seit Sommer 2025 mit einem weiterreichenden Komplex ähnlicher Vorwürfe. Teile der Akten waren zuletzt nur noch eingeschränkt geheim, nachdem Pedraz den Verfahrensschutz teilweise gelockert hatte. Mit der Zentralisierung der Ermittlungen könnten Beweisanordnungen und Verfahrensanträge nun einheitlich vor der Audiencia Nacional in Madrid erfolgen, was Doppelarbeit vermeidet und Zuständigkeitskonflikte reduziert. Ob darüber hinaus weitere Personen förmlich als Beschuldigte geführt oder einzelne Tatkomplexe abgetrennt werden, hängt von den nächsten Entscheidungen der Ermittlungsrichter und der Staatsanwaltschaft ab.
Arturo Zamarriego stellt in seiner Verfügung heraus, dass die enge sachliche Verknüpfung der untersuchten Vorgänge die Abgabe nahelege. Pedraz hatte zuvor darum gebeten, das Gesamtverfahren bei der Audiencia Nacional zu bündeln.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).