Am 8. September 2026 hat ein Lehrerstreik den ersten Schultag in Katalonien geprägt. In Barcelona zogen Demonstrierende vom Bereich um die Plaça Urquinaona zur Plaça Sant Jaume, es kam zu Sperrungen und Verzögerungen im Stadtverkehr. Die Guardia Urbana bezifferte die Zahl der Teilnehmenden auf 1.800, die Gewerkschaften nannten bis zu 5.000. Die Generalitat de Catalunya gab die Streikbeteiligung am Vormittag mit rund 9,3 Prozent an und ordnete Mindestdienste an, um den Betrieb in den Schulen abzusichern.
Getragen wurde der Ausstand vor allem von USTEC und CGT. Beide Verbände hatten den Zeitpunkt bewusst auf den ersten Schultag gelegt, um aus ihrer Sicht festgefahrene Gespräche über Arbeitsbedingungen zu beleben. Sie fordern unter anderem kleinere Klassen, mehr unbefristete Stellen und zusätzliche Unterstützungsposten. Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften räumten ein, dass ein Ausstand am Schulbeginn Familien belastet. Die CGT-Funktionärin Laura Gené sprach von einer Entscheidung, die nicht leichtgefallen sei, die aber notwendig sei, um strukturelle Probleme anzugehen.
Die Behörden verwiesen auf die eingerichteten Mindestdienste und betonten, zentrale Aufgaben der Betreuung und Verwaltung seien gewährleistet gewesen. Unterschiedliche Zählweisen bei Teilnehmerzahlen und Streikquoten sind in Tarifauseinandersetzungen üblich und erschweren eine einheitliche Bewertung der Mobilisierung. Klar ist, dass die Lage regional stark variierte: Während in einigen Schulen der Unterricht weitgehend stattfand, meldeten andere Einrichtungen eingeschränkten Betrieb oder organisatorische Engpässe.
In Barcelona führten die Kundgebungen zu zeitweisen Verkehrssperren an Zufahrtsstraßen und entlang der Demonstrationsroute, was Wege zur Schule verlängerte und Pendlerinnen und Pendler zusätzlich belastete. Eltern äußerten Verständnis für die Anliegen der Lehrkräfte, kritisierten jedoch den Zeitpunkt der Arbeitsniederlegung. Schulleitungen berichteten von erhöhter Abstimmungslast, um Aufsicht und Tagesabläufe in den Klassen sicherzustellen.
Wie es in dem Konflikt weitergeht, hängt vor allem von der Gesprächsbereitschaft der Generalitat de Catalunya und den Prioritäten im Bildungshaushalt ab. Gewerkschaften signalisierten, sie wollten rasch an den Verhandlungstisch zurückkehren, erwarten aber konkrete Zusagen zu Personaldecke und Klassenbildung. Aus Regierungskreisen hieß es, man setze auf Dialog, verwies zugleich auf budgetäre Grenzen. Konkrete weitere Streiktermine waren bis Redaktionsschluss nicht amtlich bestätigt.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).