Das Innenministerium hat am 2. September 2026 mitgeteilt, es liege kein polizeiliches Dokument vor, das Sicherheitskräfte Marokkos für Planung oder Durchführung der massenhaften Grenzübertritte in Ceuta verantwortlich mache. Der Generaldirektor der Policía Nacional, Francisco Pardo, habe Innenminister Fernando Grande-Marlaska dies nach Einsicht in das der Audiencia Nacional übergebene Gutachten bestätigt.
Nach Darstellung des Ministeriums und der Polizei geht der Ablauf auf eine Anordnung der Untersuchungsrichterin der Audiencia Nacional, María Tardón, zurück. Sie beauftragte ein Team mit einem Bericht und untersagte diesem vorübergehend, Inhalte an Vorgesetzte weiterzuleiten. Am Mittwoch, 2. September 2026, erlaubte sie die Weitergabe an die Führungsebenen; daraufhin sei der Text dem Generaldirektor vorgelegt worden. Zuvor hatten Medien gemeldet, das Dokument schreibe Behörden Marokkos eine Rolle bei der Koordination der Ereignisse zu. Diese Darstellung wird von Innenministerium und Polizei ausdrücklich zurückgewiesen.
Zugleich relativierte das Innenministerium die Bedeutung einer polizeilichen Warnung vom 29. Juli, die für Ceuta ein „extremes“ Risiko unregelmäßiger Grenzübertritte vermerkt hatte. Es habe sich um eine häufige Lageeinschätzung ohne konkrete Vorhersage gehandelt. In den Fokus geriet zudem eine weitere Notiz vom 28. Juli, in der von „massiven“ Bewegungen die Rede gewesen sein soll. Auf diese frühere Mitteilung ging das Ministerium in seinem Kommuniqué nicht ein.
Klar ist: Offiziell bestreiten Innenministerium und die Führung der Policía Nacional, dass ein Ermittlungsbericht Marokko belastet. Offen bleibt, wie die Hinweise aus den Vorwarnungen bewertet wurden und welche operativen Konsequenzen daraus gezogen wurden. Die politische Debatte in Madrid über Transparenz zwischen Ermittlern und Behörden dauert an; Oppositionsvertreter und regionale Akteure fordern Aufklärung und Akteneinsicht.
Die Ereignisse, auf die sich die Diskussion bezieht, liegen zeitlich eindeutig: Die massenhaften Grenzübertritte nach Ceuta ereigneten sich am 30. Juli 2026 und am 31. Juli 2026. Das Innenministerium betont, aus dem vorliegenden Material ergebe sich keine Zurechnung der Planung oder Durchführung an marokkanische Sicherheitsbehörden. Ob aus der Kontroverse Folgemaßnahmen in den Sicherheitsstrukturen oder im parlamentarischen Raum erwachsen, ist derzeit offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).