Die Guardia Civil ermittelt in Navalcarnero (Provinz Madrid) gegen zwei Betreiber einer Hundeschule wegen des Verdachts auf Tierquälerei. Die Beamten sicherten 46 Hunde und übergaben sie der Comunidad de Madrid. Neun Tiere mussten nach Angaben der Behörde aufgrund extremer Abmagerung, Anämie und Dehydrierung umgehend in einer Tierklinik behandelt werden.
Ausgangspunkt waren mehrere Anzeigen, die bereits im Juni eingegangen waren und auf mangelhafte Haltungsbedingungen sowie unzureichende Versorgung der Tiere hinwiesen. Spezialkräfte des Servicio de Protección de la Naturaleza (Seprona) der Guardia Civil kontrollierten daraufhin gemeinsam mit Inspektoren der Comunidad de Madrid die Einrichtungen. Dabei stellten sie nach eigener Darstellung sehr gravierende Mängel fest. In der Anlage wurde zudem der Leichnam eines Hundes gefunden.
Die sichergestellten Hunde wurden laut Behördenangaben der Comunidad de Madrid übergeben und von dort an Tierschutzvereine verteilt, die die vorläufige Betreuung und medizinische Versorgung übernehmen. Die Anlage wurde geschlossen. Die beiden Verdächtigen müssen sich nun vor den Justizbehörden verantworten. Angaben der Beschuldigten oder ihrer Verteidigung lagen zunächst nicht vor.
Die Generaldirektion der Guardia Civil betont, dass Missstände in Tierpensionen und Hundeschulen in Spanien regelmäßig Kontrollen durch Seprona nach sich ziehen. Abhängig von der Schwere eines Falls drohen nach dem spanischen Strafrecht Freiheitsstrafen, Geldstrafen und Berufsverbote für Haltung oder Umgang mit Tieren. Konkrete Strafmaße hängen vom Sachverhalt und dem Ausgang eines möglichen Gerichtsverfahrens ab. Verwaltungsrechtliche Sanktionen der Comunidad de Madrid bleiben davon unberührt und können parallel verhängt werden.
Offen ist derzeit, welche konkreten Umstände zum Tod des in der Anlage gefundenen Hundes führten und ob weitere Anzeigen erstattet wurden. Ebenfalls ungeklärt ist, wie lange die festgestellten Verstöße andauerten. Die Ermittlungen der Guardia Civil dauern an. Nach Behördenangaben bleibt die Versorgung der Tiere bis zur abschließenden Klärung koordiniert; Zuständigkeiten liegen aktuell bei der Comunidad de Madrid und den eingebundenen Tierschutzorganisationen.
Der Fall reiht sich in jüngste Maßnahmen gegen mutmaßliche Tierquälerei in Spanien ein. In mehreren Provinzen hatten Sicherheitskräfte in den vergangenen Monaten Einrichtungen wegen unzureichender Versorgung von Tieren überprüft und Maßnahmen angeordnet. Für den nun bekannt gewordenen Vorgang in Navalcarnero gilt: Maßgeblich sind die laufenden Ermittlungen, die Beweislage aus den Kontrollen und die anschließende Entscheidung der Justiz.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).