Ein Bericht von elDiario.es rückt die „sisi“ in den Mittelpunkt: junge Menschen in Spanien, die parallel studieren und arbeiten. Aktuelle Zahlen aus der Encuesta de Población Activa des Instituto Nacional de Estadística deuten darauf hin, dass diese Gruppe weiter wächst, während der Anteil derjenigen, die weder studieren noch arbeiten, sinkt.
Nach der EPA lag der Anteil der sogenannten „nini“ in Spanien 2025 bei 11,5 Prozent der 15- bis 29-Jährigen, deutlich weniger als 2015 mit 19,4 Prozent. Parallel dazu nimmt der Anteil der „sisi“ zu; Medien berichten für 2026 von rund einem Drittel der 16- bis 29-Jährigen, die Ausbildung und Erwerbstätigkeit kombinieren. Diese Relation ist der Kern des aktuellen Nachrichtenanlasses; sie wird in Interviews mit Betroffenen durch Schilderungen hoher zeitlicher Belastungen untermauert.
Die Ursachen sind vor allem strukturell. Erstens treiben hohe Wohnkosten viele junge Erwachsene dazu, bereits während Schule oder Hochschule Einkommen zu erzielen. Zweitens verschiebt sich die Erwerbsstruktur: Mehr Teilzeit- und befristete Stellen erleichtern die Vereinbarkeit mit Vorlesungen, Prüfungen und Praktika, bleiben aber häufig schlechter bezahlt und mit unsicheren Perspektiven verbunden. Drittens spielt familiärer Druck eine Rolle, wenn junge Menschen Ausgaben im Haushalt mittragen.
Die Folgen sind ambivalent. Kurzfristig verbessern praktische Erfahrung und zusätzliches Einkommen die Arbeitsmarktchancen. Zugleich berichten Befragte von knapper Erholung, Stress und eingeschränkter sozialer Teilhabe. Bildungsforscher und Arbeitsmarktbeobachter, zitiert unter anderem von El País, warnen vor einer stillschweigenden Normalisierung von Dauerbelastung. Besonders kritisch sind Prüfungsphasen, in denen Schichten verlängert und freie Tage zum Lernen genutzt werden.
Wichtig ist die Trennung von Tatsachen und Zuschreibungen: Die Prozentwerte zu „nini“ und die Entwicklungstendenz stammen aus der EPA des INE. Die qualitative Einschätzung zu Gesundheit, Studienerfolg und Lebensplanung beruht auf Interviews und Expertenkommentaren in der Berichterstattung; für eine belastbare Quantifizierung langfristiger Effekte sind weitere Studien erforderlich. Politische Eingriffe – etwa bei Mieten, Stipendien, Studiendarlehen, Mindestlöhnen oder der Regulierung studentischer Teilzeit – könnten die Balance zwischen Ausbildung und Arbeit verändern. Ob sich die beobachteten Trends verfestigen oder abschwächen, wird sich an den kommenden Quartals- und Jahresdaten der Arbeitskräfteerhebung zeigen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).