Wirtschaft

Dcoop fordert Regierung auf, sich beim Verkauf von Deoleo einzuschalten

Der andalusische Genossenschaftsverbund Dcoop verlangt, dass die spanische Regierung den Verkauf von Deoleo prüft und sichert, dass die Marken wie Carbonell in Spanien verankert bleiben.

Kurzmeldung

Der andalusische Genossenschaftsverbund Dcoop hat die spanische Regierung aufgefordert, sich in den laufenden Verkaufsprozess des Olivenölkonzerns Deoleo einzumischen, damit die Unternehmensgruppe „spanisch und andalusisch“ erhalten bleibt. Rafael Sánchez de Puerta, Generaldirektor von Dcoop, äußerte diese Bitte am 8. September 2026 in einem Interview auf Canal Sur. Er verwies zugleich darauf, dass die Regierung Italiens in der Auseinandersetzung um die Übernahme Stellung bezogen habe und forderte eine ähnliche Rolle der Zentralregierung in Madrid.

Hintergrund ist ein Bieterwettbewerb, in dem das italienische Unternehmen Coricelli Ende August 2026 eine Gegenofferte in Höhe von 500 Millionen Euro vorgelegt hat. Nach Medienberichten lagen die spanischen Offerten von Dcoop und dem andalusischen Hersteller Acesur zuletzt niedriger; Dcoop wurde in der Berichterstattung mit einem Angebot von rund 470 Millionen Euro genannt. Die Eigentümer von Deoleo prüfen demnach mehrere Offerten; ein formell bestätigter bevorzugter Bieter war zuletzt nicht öffentlich gemacht worden. Die Frist im Bieterverfahren wurde in der Berichterstattung Ende August 2026 genannt.

Dcoop argumentiert, ein Verbleib der Kontrolle in Spanien diene der regionalen Wertschöpfung in Andalusien, schütze Arbeitsplätze und sichere die Steuerung wichtiger Marken wie Carbonell und Koipe. Vertreter andalusischer Kooperativen sowie die Regionalregierung haben in den vergangenen Tagen eine Lösung mit starker regionaler Verankerung gefordert. Rechtlich steht einer ausländischen Übernahme grundsätzlich nichts im Weg; jedoch können wettbewerbs- oder investitionsrechtliche Prüfungen einschlägig werden, wenn nationale Interessen geltend gemacht werden.

Die Auseinandersetzung um Deoleo wird in der Branche als Gradmesser für die künftige Organisation der Wertschöpfungskette vom Olivenhain bis zur Marke bewertet. Beobachter rechnen damit, dass die Verkäufer spätestens im September 2026 eine Entscheidung oder zumindest eine Leitentscheidung über das weitere Vorgehen kommunizieren. Bis dahin bleiben Bedingungen wie Kaufpreis, industrielle Zusagen und Standortgarantien die zentralen Streitpunkte.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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