Aragón

Aragón streicht Schulbus: Zwei Ortsteile von Aínsa ohne Transport

In Sarratiás und Castejón de Sobrarbe fällt zu Schulbeginn der Schulbus aus. Eltern und Rathaus kritisieren die Regierung von Aragón und fordern eine rasche Lösung.

Zwei Schülerinnen und Schüler aus den Weilern Sarratiás und Castejón de Sobrarbe, beide Ortsteile der Gemeinde Aínsa-Sobrarbe in der Provinz Huesca, haben zum Beginn des Schuljahres keinen Schulbus mehr. Nach Angaben der Familien und des Rathauses ist es das erste Mal seit 34 Jahren, dass diese Route entfällt. Bislang wurde der Transport vom Gobierno de Aragón finanziert.

Die betroffenen Eltern berichten, sie seien erst wenige Tage vor Unterrichtsbeginn darauf gestoßen, dass ihre Strecke in der offiziellen Liste der Schulrouten fehlt. Judith Kiss, Mutter einer Schülerin am IES Sobrarbe, spricht von fehlender Vorabinformation und keiner angebotenen Alternative. Ihre Familie müsse nun täglich rund 20 Kilometer mit dem Auto zurücklegen, was Zeit und zusätzliche Kosten bedeute. Auch José Andrés Escapa, Vater des zweiten betroffenen Schülers, kritisiert die Kommunikation. Seine Familie müsse ihr Kind zunächst nach Mediano bringen, sieben Kilometer vom Wohnort entfernt, um von dort weitere Verbindungen zu nutzen.

Das Rathaus von Aínsa-Sobrarbe fordert vom Gobierno de Aragón Aufklärung und eine kurzfristige Lösung. Bürgermeister Enrique Pueyo verweist darauf, dass die Gemeinde gezielt Maßnahmen ergriffen habe, um Familien in kleinen Ortsteilen zu halten. Der Wegfall eines über Jahrzehnte bestehenden Grundangebots konterkariere diese Bemühungen. Aus dem Umfeld der Schule heißt es zudem, die Situation verschärfe bestehende Probleme mit Personal und Infrastruktur.

Die Vorwürfe der Eltern und der Gemeinde beziehen sich auf Organisation und Zeitpunkt der Entscheidung. Die betroffenen Familien geben an, erst kurz vor Schulstart aus der veröffentlichten Übersicht der Schulrouten erfahren zu haben, dass ihre Strecke nicht mehr bedient wird. Eine offizielle Begründung der regionalen Regierung lag zunächst nicht vor. Unklar ist auch, ob eine Übergangs- oder Ersatzregelung eingerichtet wird.

In strukturschwachen Gebieten wie der Comarca Sobrarbe ist der Schulbus oft mehr als eine komfortable Option: Er sichert gleichwertige Bildungschancen für Kinder, die außerhalb der Hauptorte leben. Fällt das Angebot weg, erhöhen sich die Fahrtzeiten und Kosten für Familien schlagartig; für Kommunen wie Aínsa-Sobrarbe unterläuft dies Ansiedlungsstrategien für ländliche Ortsteile. Ob und wann die Route für Sarratiás und Castejón de Sobrarbe wieder aufgenommen wird, hängt von der Entscheidung des Gobierno de Aragón ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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