Extremadura

Bischof von Plasencia wirbt in Guadalupe für Mäßigung und Aufnahme

Am 8. September 2026 rief Ernesto Brotóns im Real Monasterio de Guadalupe zur Besonnenheit auf und nannte Extremadura ein Land der Aufnahme.

Am 8. September 2026 hat der Bischof von Plasencia, Ernesto Brotóns, während der Feierlichkeiten im Real Monasterio de Guadalupe zur Besonnenheit im Umgang mit politischer und gesellschaftlicher Polarisierung aufgerufen. In seiner Predigt verwies er auf die „Blickrichtung“ der Virgen de Guadalupe als Gegenmittel gegen Spaltung und Konfrontation. Zugleich erinnerte er an Worte von Papst Johannes Paul II., der Extremadura als „tierra que fue de inmigrantes y es hoy de acogida“ bezeichnet habe – als Land, das einst Auswanderungsregion war und heute Menschen aufnimmt.

Der Anlass war die feierliche Liturgie zum Fest der Geburt Mariens, das in Guadalupe traditionell mit dem regionalen Feiertag Día de Extremadura zusammenfällt. Brotóns forderte die Gläubigen auf, den Blick bewusst denen zuzuwenden, „die weniger gesehen werden und mehr Hilfe benötigen“. Er nannte ausdrücklich Menschen, die ihre Herkunftsländer ohne Papiere verlassen, mit dem Kind im Arm vor Gewalt oder Hunger fliehen. Diese Worte verortete er im marianischen Kontext von Fürsprache und Fürsorge.

Die Feier fiel in ein besonderes Jahr für den Wallfahrtsort: Seit dem 30. August 2026 begeht Guadalupe ein neues Jubiläumsjahr der Basilika, das mit dem Beginn der Novene eingeläutet wurde. Zu den Gottesdiensten und Prozessionen reisten neben Pilgerinnen und Pilgern auch kirchliche Würdenträger und Vertreter lokaler Behörden an. Nach Angaben regionaler Stellen wurden für die Veranstaltungen zum Día de Extremadura zusätzliche Maßnahmen für Sicherheit und Organisation getroffen.

Die Aussagen des Bischofs sind pastoral und moralisch gerahmt. Sie richten sich nicht an einzelne Parteien und enthalten keine konkreten politischen Forderungen, betonen jedoch die Verantwortung gegenüber besonders schutzbedürftigen Menschen. Medienberichte aus Extremadura und Mitteilungen der Diözese Plasencia dokumentieren die Kernaussagen. Der Bezug auf Papst Johannes Paul II. ist historisch verankert, der aktuelle Anlass ist die Predigt in Guadalupe am 8. September 2026, im Rahmen der regionalen Festtage und des Jubiläumsjahres.

In einer Region, in der Wallfahrt, religiöse Tradition und Debatten über Migration regelmäßig aufeinandertreffen, können solche Appelle das öffentliche Klima mitprägen. Ob und wie sie politisch aufgegriffen werden, bleibt offen. Der unmittelbare Gehalt der Predigt liegt in der Ermutigung zu Mäßigung, Solidarität und der Achtung der Menschenwürde – Grundhaltungen, die der Bischof ausdrücklich mit dem Selbstverständnis Extremaduras als „tierra de acogida“ verbindet.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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