Der Verkaufsprozess für den spanischen Olivenölkonzern Deoleo ist in die Schlussphase eingetreten. Nach Berichten mehrerer spanischer Wirtschaftsmedien führt die italienische Gruppe Pietro Coricelli mit einem Angebot von 500 Millionen Euro. Der andalusische Genossenschaftsverbund Dcoop habe 470 Millionen Euro geboten, Acesur 460 Millionen. Die Offerten wurden Ende August eingereicht und werden seitdem von den Anteilseignern bewertet. Ein Abschluss der Verhandlungen im September gilt in den Berichten als wahrscheinlich, formelle Bestätigungen stehen jedoch aus.
Deoleo ist Eigentümer traditionsreicher Marken wie Carbonell, Koipe und Hojiblanca. Die größten Anteilseigner, CVC Capital Partners und Alchemy Partners, hatten im Sommer 2026 einen strukturierten Verkaufsprozess gestartet. Deoleo teilte in Pflichtmitteilungen an die Comisión Nacional del Mercado de Valores mit, dass strategische Alternativen geprüft würden. Zu konkreten Bietersummen äußerten sich die Unternehmen bislang nicht. Medien berichten zudem, Coricelli verlange eine befristete Exklusivität, um die Verhandlungen zügig abzuschließen.
Für Spanien steht industriepolitisch viel auf dem Spiel. Ein Zuschlag an Dcoop würde einen national integrierten Champion im Olivenölgeschäft formen: Der Verbund könnte Erzeugung, Veredelung und internationale Markenführung unter einem Dach bündeln. Ein Erwerb durch Pietro Coricelli würde hingegen die Internationalisierung betonen. Der italienische Familienkonzern erhielte direkten Zugang zu spanischen Premiummarken und könnte insbesondere im US-Markt wachsen, in dem Deoleo bereits präsent ist. In beiden Fällen blieben wettbewerbsrechtliche Prüfungen in Spanien und der Europäischen Union zwingend; je nach Zuschnitt des Geschäfts wären auch Genehmigungen in Drittstaaten erforderlich.
Am Kapitalmarkt lösten die Meldungen zuletzt deutliche Ausschläge aus. Medienberichte verweisen auf starke Kursbewegungen der Deoleo-Aktie, was die Erwartung eines zeitnahen Ergebnisses widerspiegelt. Ob die Verkäufer CVC Capital Partners und Alchemy Partners kurzfristig Exklusivrechte einräumen, dürfte den weiteren Takt vorgeben.
Offen ist, ob die Käufer Seitenlinien wie Einkaufsallianzen, Lieferverträge oder Beteiligungen in Drittmärkten anpassen müssten. Konkrete Angaben zu möglichen Auflagen gibt es bislang nicht. Klar ist: Erst eine förmliche Einigung und anschließende Mitteilungen an die Comisión Nacional del Mercado de Valores würden den Ausgang des Verfahrens verlässlich dokumentieren. Bis dahin bleibt es bei belastbaren, aber vorläufigen Informationen zu den Geboten von Pietro Coricelli, Dcoop und Acesur.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).