In Ceuta sind am Montag erste Gruppen von Frauen und Mädchen aus provisorischen Lagern in das Reitzentrum La Hípica (Centro Ecuestre) verlegt worden. Nach Angaben der beteiligten Behörden ist die Hípica als geschützter Standort für Frauen und Kinder vorgesehen und Teil eines breiteren Notprogramms, mit dem Zeltlager in der Stadt aufgelöst und deren Bewohnerinnen in temporäre Aufnahmeeinrichtungen überführt werden.
Das Ministerium für Inklusion, Soziales und Migration hatte Mitte August vier zusätzliche Standorte in Ceuta angekündigt, um die humanitäre Versorgung auszuweiten. In diesem Rahmen wurden bis zu 1.500 Plätze geschaffen; die Hípica verfügt nach Ministeriumsangaben über rund 320 Betten. Die Delegation der Regierung in Ceuta koordiniert den Betrieb vor Ort gemeinsam mit der Cruz Roja, die die Erstversorgung übernimmt.
Der Einsatz ist eingebettet in die am 25. August per Realdekret ausgerufene „Situación de interés para la seguridad nacional“ für Ceuta. Mit der Erklärung, die im Boletín Oficial del Estado veröffentlicht wurde, bündelt die Zentralregierung Ressourcen für Identifizierung, Unterbringung und Schutz besonders gefährdeter Personen.
Örtliche Medien berichteten, dass am Montag etwa 270 Frauen aus dem Viertel El Príncipe in die Hípica gebracht wurden. Parallel setzten die Sicherheitskräfte die Räumung informeller Camps fort. So wurde das neben dem Aufnahmegelände im Stadtteil Loma Colmenar entstandene Lager aufgelöst. Die Behörden betonen, dass die Priorisierung von Frauen und Mädchen Teil eines Schutzkonzepts ist, das auf Risiken in den provisorischen Lagern reagiert.
Hintergrund der Maßnahmen sind massenhafte, irreguläre Grenzübertritte Ende Juli, die die Kapazitäten der Stadt überfordert haben. Nach offiziellen Mitteilungen wurden zusätzliche Mittel für die humanitäre Hilfe aktiviert und Verfahren zur schnellen Erfassung und Unterbringung ausgeweitet. Die Fiscalía meldete Fälle von Gewalt gegen Migrantinnen; das Gleichstellungsressort stellte weitere Schutzangebote in Aussicht.
Offen bleibt, wie viele Minderjährige noch außerhalb des regulären Schutzsystems sind, wie lange die Verweildauer in den provisorischen Zentren sein wird und welche Anschlusslösungen greifen. Die Delegation der Regierung in Ceuta und die zuständigen Ministerien prüfen laut eigenen Angaben weitere Verlegungen innerhalb der Stadt sowie Transfers auf das spanische Festland. Kommunale Stellen fordern zugleich, verbliebene Personen im öffentlichen Raum rasch zu erfassen und in das Aufnahmesystem zu integrieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).