Der Schuljahresbeginn in Ceuta ist am 8. September 2026 nach übereinstimmenden Angaben von Behörden und Lehrergewerkschaften ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Teilnahme lag laut Regierung nahe 70 Prozent; konkret wurden etwa 63 Prozent in der Primarstufe und 83 Prozent in der Sekundarstufe genannt. Diese Zahlen bestätigte der Minister für Politik der Territorien und Demokratisches Gedächtnis, Ángel Víctor Torres, am Dienstag.
Die ersten Stunden des Unterrichts seien ruhig gewesen, teilte die Lehrergewerkschaft UGT mit. Das deckt sich mit der Einschätzung der zuständigen Stellen, die für den Neustart umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen koordiniert hatten. Demnach waren neben der Policía Local und der Guardia Civil auch private Sicherheitsdienste im Einsatz, je nach Lage und Größe der jeweiligen Schule. In einigen Einrichtungen war Militär sichtbar präsent, in anderen blieb es bei zivilen Kräften.
Auffällig sind Unterschiede zwischen Stadtteilen. Aus dem Viertel El Príncipe, das in den vergangenen Wochen besonders im Fokus stand, wurden eine geringere Präsenz von Schülerinnen und Schülern sowie spürbare Verunsicherung in der Nachbarschaft gemeldet. Lehrkräfte und Eltern berichten dort von Zurückhaltung, obwohl Unterricht und Betreuung regulär angeboten wurden. In zentraleren Lagen meldeten Schulen hingegen eine deutlich höhere Teilnahme.
Die Behörden bewerten den Start in die Klassen als wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Alltags. Zugleich mahnten sie, die Entwicklung in den kommenden Tagen genau zu verfolgen. Das Bildungsministerium stellte begleitende Maßnahmen in Aussicht, darunter psychosoziale Unterstützung für Kinder sowie fortlaufende Lagebewertungen an den Standorten. Gewerkschaften wie UGT und CSIF begrüßten die Öffnung der Schulen und wiesen zugleich auf den noch spürbaren Druck in besonders belasteten Vierteln hin.
Hintergrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen ist die angespannte Lage in Ceuta seit den Ereignissen des Sommers, in deren Folge sich die Stadtgesellschaft polarisiert hat und einzelne Übergriffe gemeldet wurden. Die örtliche Junta Local de Seguridad stimmte vor dem ersten Schultag einen Plan ab, der unterschiedlich starke Präsenz von Polizei und Sicherheitspersonal vorsieht. Nach heutigem Stand sehen die Behörden keinen Anlass für zusätzliche Einschränkungen des Unterrichtsbetriebs. Prognosen über die weitere Entwicklung sind jedoch zurückhaltend: Erst die Teilnahme in den nächsten Wochen werde zeigen, ob sich das Vertrauen der Familien nachhaltig festigt.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).