Wirtschaft

CCOO drängt nach Harvard-Studie auf vorgezogene Rente für Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter

Die Gewerkschaft CCOO fordert in Spanien die Einbeziehung der Kabinencrews in die vorzeitige Altersrente wegen belastender Tätigkeit. Auslöser ist eine in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Analyse, die bei Flugpersonal den höchsten Anteil an strahlungsassoziierten…

Die spanische Gewerkschaft CCOO hat die Regierung und die Parlamentsfraktionen aufgefordert, die Kabinenbesatzung in die Regelung zur vorzeitigen Altersrente wegen belastender Tätigkeit aufzunehmen. Anlass ist eine in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Analyse, der zufolge Flugbegleiterinnen und Piloten unter rund 500 Berufen den höchsten Anteil an Todesfällen durch mit ionisierender Strahlung in Verbindung gebrachte Krebserkrankungen aufweisen. CCOO sprach am 25. August 2026 von einer anhaltenden Ungleichbehandlung gegenüber anderen Berufsgruppen der Luftfahrt.

Die Untersuchung unter Leitung von Vishal Patel an der Harvard Medical School und dem Brigham and Women’s Hospital wertete nach eigenen Angaben nahezu 13 Millionen Sterbefälle der Jahre 2020 bis 2024 aus dem US-amerikanischen National Vital Statistics System aus. Demnach waren schätzungsweise 6,9 Prozent der Todesfälle bei Flugbegleiterinnen und 6,7 Prozent bei Piloten strahlungsassoziierten Krebsarten zuzuordnen – höhere Anteile als in allen anderen berücksichtigten Berufen. Genannt werden unter anderem Brustkrebs, Tumoren des zentralen Nervensystems, Prostatakrebs und Melanome; Lungenkrebs wurde aus methodischen Gründen nicht in diese Teilanalyse einbezogen.

Die Autoren verweisen zugleich auf Grenzen der Aussagekraft: In Sterbeurkunden kann es zu Fehlklassifikationen von Berufen kommen, individuelle Strahlendosen wurden nicht erhoben, und es handelt sich um eine bevölkerungsweite Auswertung, die Kausalbeziehungen nicht belegt. Dennoch liefert die Studie umfassendere Vergleichsdaten als frühere Arbeiten und stärkt die Debatte über die kumulative Exposition gegenüber kosmischer Strahlung sowie über mögliche Effekte von Nacht- und Langstreckeneinsätzen auf den zirkadianen Rhythmus.

Im spanischen Kontext fordert CCOO, diese Evidenz in das Verfahren zur Feststellung penoser Tätigkeiten einzubeziehen. Konkret verlangt die Gewerkschaft eine Anpassung oder Anwendung bestehender sozialrechtlicher Instrumente – darunter das Real Decreto 1559/1986, das bislang vor allem technische Flugbesatzungen begünstigt –, damit die Kabinenbesatzung Zugang zu rentenrechtlichen Abschlägen beim gesetzlichen Ruhestandsalter erhält. Dies hätte finanzielle und verwaltungsrechtliche Folgen und setzt eine unabhängige Bewertung beruflicher Expositionshöhen sowie präventiver Maßnahmen im Flugbetrieb voraus.

Die Regierung hat sich dazu bislang nicht öffentlich positioniert. Fachgesellschaften und Arbeitsschutzbehörden werden die Studie voraussichtlich auf ihre Übertragbarkeit nach Spanien prüfen müssen, insbesondere hinsichtlich Flugprofilen, Dienstplänen und existierenden Schutzstandards. Bis zu einer möglichen Gesetzesänderung bleibt die Forderung von CCOO Teil einer länger anhaltenden Auseinandersetzung über Gesundheitsschutz und Rentenzugang im Luftverkehr in Spanien.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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