Die baskische Regierung hat am 28. August 2026 ein intergenerationales Wohnmodell für öffentlich geförderte Apartments vorgestellt. Das Departamento de Vivienda und die Landesagentur Alokabide wollen damit junge Menschen in der Phase der Verselbstständigung und autonome ältere Bewohnerinnen und Bewohner in einer gemeinsamen Wohnumgebung zusammenführen. Kern des Ansatzes sind sogenannte „apartamentos dotacionales“: kompakte, barrierearme Mietapartments mit gemeinschaftlichen Räumen und begleitenden Diensten, angesiedelt im geförderten Mietsegment.
Als erste Standorte benennt die Regierung Projekte in Bilbao und San Sebastián. In Bilbao-Txurdinaga entsteht die erste intergenerationale Gemeinschaft des Baskenlands in öffentlicher Trägerschaft. Die Promotion umfasst 107 Apartments und Gemeinschaftsflächen; sie wurde am 24. Juni 2026 konkretisiert. In San Sebastián sieht eine am 5. Mai 2026 veröffentlichte Ausschreibung 83 intergenerationale Apartments im Quartier Riberas de Loiola vor. Das Auftragsvolumen beträgt 17,67 Millionen Euro, die vorgesehene Bauzeit 24 Monate. Beide Vorhaben sollen nach Regierungsangaben als Referenz für weitere Standorte dienen.
Das Modell zielt auf zwei wohnungspolitische Problemlagen: den späten Auszug junger Erwachsener mangels bezahlbaren Wohnraums und den steigenden Bedarf älterer Menschen an selbstständigem Wohnen in anpassungsfähigen, gut angebundenen Strukturen. Nach Angaben des Gobierno Vasco wird Alokabide die Anlagen betreiben. Die Vergabe der Wohnungen erfolgt regulär über das Register Etxebide; die Regierung bereitet seit dem 9. Juli 2026 eine Reform der Vergabekriterien für den öffentlichen Mietwohnungsbestand vor, um besondere Bedarfs- und Soziallagen präziser zu berücksichtigen.
Flankierend werden weitere „apartamentos dotacionales“ geplant, teils mit vorrangiger Ausrichtung auf junge Haushalte. In Lezo etwa sollen 52 geförderte Apartments entstehen. Auch die Überlassung eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes in San Sebastián-Intxaurrondo für 42 dotationale Unterkünfte für junge Menschen wurde 2026 vorangetrieben. Diese Projekte sind nicht zwingend intergenerational, sie sollen jedoch das Angebot im geförderten Mietsegment erweitern und Übergänge in eigenständiges Wohnen erleichtern.
Die Regierung verweist auf eine Ausweitung des Wohnungsbudgets sowie die Zielsetzung, den öffentlichen Mietwohnungsbestand auszubauen. Über den konkreten Zeitplan weiterer intergenerationaler Standorte über Bilbao und San Sebastián hinaus machte das Departamento de Vivienda am Donnerstag keine neuen Angaben. Die heute bekräftigten Vorhaben gelten als Pilotprojekte; ihre Evaluation soll über die Ausgestaltung nachfolgender Programme entscheiden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).