Gesellschaft

Barcelona: Polizei geht nach Plünderungen gegen Chat-Gruppen vor und warnt vor neuen Aufrufen

Nach den Ausschreitungen vom 24. Oktober in Barcelona ermitteln die Mossos d’Esquadra zu Netzwerken hinter den Plünderungen. Behörden prüfen weitere Aufrufe für den 31. Oktober 2026.

In Barcelona laufen nach den Plünderungen und Bränden vom 24. Oktober 2026 umfangreiche Ermittlungen. Die Mossos d’Esquadra werten Video- und Chatmaterial aus, um weitere Beteiligte zu identifizieren, und bitten die Bevölkerung um Hinweise. Nach Polizeiangaben wurden rund 128 bis 130 Personen festgenommen, ein erheblicher Teil davon Minderjährige. Die Fiscalía Provincial de Barcelona hat für mehrere Jugendliche Schutz- und Aufsichtsmaßnahmen beantragt.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen Aufrufe, die seit Anfang Oktober unter dem Stichwort Blocus in sozialen Netzwerken kursierten. Nach übereinstimmenden Berichten wurden Interessierte über TikTok per Direktnachricht in Gruppen auf WhatsApp und Telegram geleitet. Dort zirkulierten Anleitungen zu Treffpunkten, Listen mit Zielgeschäften sowie Hinweise, wie Gesichter zu verbergen seien. Einige der Gruppen sind inzwischen nicht mehr erreichbar. Die katalanische Polizei arbeitet dabei mit dem Centro de Inteligencia contra el Terrorismo y el Crimen Organizado zusammen; CITCO unterstützt beim Sperren einschlägiger Kanäle und bei der Analyse technischer Spuren.

Der Ablauf der Nacht ist weitgehend dokumentiert: Vermummte Gruppen warfen Schaufenster ein, stahlen Waren und zündeten Mobiliar an. Einsatzkräfte wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Laut Behörden gab es mehrere Verletzte, die Sachschäden sind beträchtlich. Die Stadt sichert Beweismaterial aus Überwachungskameras, Versicherer und Händler melden Verluste.

Zur Einordnung betonen Ermittler und Beobachter, dass es bislang keine gesicherte organisatorische Verbindung zu etablierten politischen Gruppen gibt. Die in den Aufrufen genutzten Bezüge zu Protestästhetiken anderer Länder deuten nach gegenwärtiger Kenntnis eher auf eine lose, opportunistische Mobilisierung hin. Newtral und weitere Redaktionen haben nach Recherchen in offenen und halbgeschlossenen Kanälen ähnliche Muster auch in anderen europäischen Städten identifiziert.

Für den 31. Oktober 2026 kursieren weitere, teils an Halloween-Elemente anknüpfende Netzaufrufe. Die Behörden raten Händlern in der Innenstadt zu zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, empfehlen frühzeitiges Schließen gefährdeter Filialen und bitten, verdächtige Inhalte auf TikTok, Telegram und WhatsApp zu melden. Gleichzeitig kündigten die Mossos d’Esquadra an, bei erneuten Straftaten konsequent einzuschreiten und individuelle Verantwortlichkeiten nachzuweisen.

Die Ereignisse von Barcelona zeigen, wie schnell kleinteilige Onlineaufrufe in reale Gewalttaten umschlagen können. Welche Personen konkret hinter Koordination und Kanälen stehen, ist Gegenstand laufender Verfahren; gesicherte Ergebnisse werden erst nach forensischer Auswertung und gerichtlicher Prüfung vorliegen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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