Nach den Plünderungen und Brandstiftungen im Zentrum von Barcelona am 24. Oktober 2026 untersucht die Polizei Mossos d'Esquadra die digitale Mobilisierung hinter den Ausschreitungen. Im Fokus stehen Aufrufe und Anleitungen, die in den Tagen vor dem Ereignis über Telegram, TikTok und WhatsApp verbreitet wurden. Eine eindeutig belegte Leitungsperson, die während der Taten Anweisungen erteilte, ist nach aktuellem Stand nicht nachgewiesen.
Die Innenministerin Kataloniens, Núria Parlon, sprach am 26. Oktober von gezielten Versuchen der Destabilisierung. Sie kündigte an, die Justiz um Unterstützung bei der Identifizierung anonymer Konten zu ersuchen und bei Bedarf die Schließung einschlägiger Gruppen zu beantragen. Die Generalitat de Catalunya stützt ihr Vorgehen auf erste polizeiliche Auswertungen von Aufrufen sowie auf Anzeigen und Zeugenaussagen zu Sachschäden und Verletzten. Nach Behördenangaben kam es zu zahlreichen Festnahmen, darunter Minderjährige.
Recherchen von Maldita.es zeigen, dass unter dem Schlagwort „Blocus“ neue Profile und Kanäle entstanden, die per Links und QR-Codes zu Messaging-Gruppen führten. In einzelnen Gruppen fanden sich Hinweise zum Vorgehen – etwa Kleiderordnung in Schwarz oder der Einsatz von Masken. Daraus lässt sich jedoch keine hierarchische Befehlskette ableiten. Ermittler differenzieren zwischen Personen, die digitale Aufrufe verbreiteten, und solchen, die vor Ort Straftaten begingen.
Die Mossos d'Esquadra sichern derzeit Beweise aus offenen Beiträgen und aus melderechtlich zugänglichen Daten. Ziel ist es, Verantwortliche zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen, sofern Tatbeteiligungen nachweisbar sind. Das Innenministerium betont zugleich die Grenzen polizeilicher Kommunikation: Nicht jede im Netz dokumentierte Abstimmung ist vor Gericht verwertbar, und einzelne Zuschreibungen bedürfen belastbarer Belege.
Wirtschaftsverbände in Barcelona fordern unterdessen verstärkte Schutzmaßnahmen in den kommenden Tagen. In mehreren Kanälen kursieren laut Medienberichten weitere Terminaufrufe. Die Polizei kündigte sichtbare Präsenz und lageabhängige Eingriffe an. Politische Akteure mahnen, Spekulationen über vermeintliche Drahtzieher nicht vor die Ermittlungen zu stellen.
Als gesichert gilt: Der Auslöser der aktuellen Debatte sind die Ausschreitungen vom 24. Oktober 2026 und die anschließenden Ankündigungen der Regionalregierung. Ob darüber hinaus eine zentrale Führung existierte, bleibt Gegenstand der Ermittlungen und ist bislang nicht belegt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).