Der Generaldirektor des Servei de Salut de les Illes Balears (IB-Salut), Javier Ureña, hat am 2. September erklärt, ein Abberufen der Geschäftsführerin des Hospital Universitario Son Espases, Cristina Granados, stehe nicht zur Debatte. Ureña verteidigte öffentlich Granados’ Laufbahn und Erfahrung und betonte, die Leitung des größten öffentlichen Krankenhauses der Balearen sei fachlich gut aufgestellt. Anlass der Stellungnahme war eine Nachfrage nach der Präsentation eines neuen Kooperationsabkommens mit der Universitat de les Illes Balears.
Zuvor hatte eine ehemalige Mitarbeiterin des Krankenhauses, die Journalistin Sabrina Vidal und frühere Leiterin der Kommunikationsabteilung, in regionalen Medien detaillierte Vorwürfe von Demütigungen und Mobbing während ihrer Tätigkeit erhoben. Parallel dazu wurden in den vergangenen Monaten mehrere Abgänge in der Führungsebene von Son Espases bekannt. Die Vorgänge haben eine erneute Debatte über Führungsstil und Arbeitsklima an dem Universitätskrankenhaus ausgelöst.
Die Gesundheitsbehörde verweist darauf, dass ihr bislang keine formale interne Beschwerde der ehemaligen Mitarbeiterin vorliege. Aus den öffentlichen Darstellungen Vidals geht hingegen hervor, sie habe Missstände wiederholt angesprochen und fordere eine Klärung. Unabhängig davon betonte Ureña, es habe sich „zu keinem Zeitpunkt“ die Frage gestellt, Granados von der Leitung zu entbinden.
Gewerkschaftliche Reaktionen folgten umgehend. Der Pflegeverband SATSE verlangte eine Erklärung der Geschäftsführung und die Behandlung des Falls in den zuständigen Gremien des Krankenhauses. Dabei geht es aus Sicht der Gewerkschaft nicht nur um die individuelle Beschwerde, sondern auch um die Folgen wiederholter Personalwechsel im oberen Management für Organisation und Arbeitsalltag. Konkrete Auswirkungen auf die Patientenversorgung wurden bislang nicht belegt.
Der Fall berührt zwei Ebenen: Zum einen das Festhalten der Gesundheitsbehörde an einer als erfahren dargestellten Führungskraft, zum anderen den Ruf nach unabhängiger Aufklärung der öffentlich erhobenen Vorwürfe. Wie es weitergeht, dürfte von etwaigen formalen Eingaben und möglichen internen oder externen Prüfungen abhängen. Bislang liegen keine Erkenntnisse über eingeleitete Untersuchungen vor, über die die Behörden Auskunft gegeben hätten. Klar ist jedoch, dass die Debatte die Leitung des Hospital Universitario Son Espases und den IB-Salut politisch und institutionell beschäftigt.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).