Asturien

Asturien erlaubt ab September den Abschuss von bis zu 67 Wölfen – Verband fordert statt Zahlen wiederkehrende Kontrollen

Die Regionalregierung setzt im Rahmen des II Plan de Gestión del Lobo eine Obergrenze von 67 Tieren. Asturias Ganadera verlangt systematische Eingriffe und Prävention; Grupo Lobo Asturias spricht von einem Fehlkurs und wirbt für…

Der Consejo de Gobierno des Fürstentums Asturien hat am 24. August 2026 eine Obergrenze für den Abschuss von Wölfen beschlossen. Ab September 2026 dürfen im Rahmen eines wiederaufgenommenen Bestandskontrollprogramms bis zu 67 Tiere entnommen werden. Die Ankündigung löste umgehend Reaktionen von Viehwirtschaft und Naturschutz aus.

Nach Angaben der Regierung des Fürstentums Asturien ist die Maßnahme Teil der Überarbeitung des II Plan de Gestión del Lobo und zielt darauf ab, den Artenschutz mit der Aufrechterhaltung extensiver Weidewirtschaft zu vereinbaren. Eingriffe sollen dort erfolgen, wo dokumentierte Risse gehäuft auftreten; zugleich sind Monitoring und Berichtspflichten vorgesehen. Die Details der räumlichen und zeitlichen Umsetzung will die Regionalregierung nach Abschluss der formalen Schritte festlegen.

Asturias Ganadera kritisierte am Montag die Fixierung der Debatte auf eine Zahl. Entscheidend seien „wiederkehrende, sofort verfügbare Kontrollen“ und ein abgestuftes Verfahren, das Prävention, Herdenschutz und gezielte Eingriffe verbindet. Wörtlich erklärte der Verband, es gehe nicht um „67, 10 oder 150“ Abschüsse, sondern um eine verlässliche Steuerung der Konflikte zwischen Wolf und Weidetierhaltung. Zudem fordert die Organisation zügige Entschädigungen und die Finanzierung wirksamer Schutzmaßnahmen.

Naturschutzgruppen wie Grupo Lobo Asturias verurteilten die Entscheidung als fehlerhaft. Sie werfen der Regionalregierung vor, wissenschaftliche Evidenz zu ignorieren und präventive Maßnahmen zu vernachlässigen. Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe betonten, reine Abschusszahlen seien kein Ersatz für konsequenten Herdenschutz und engmaschiges Monitoring. In Oviedo versammelten sich Mitglieder des Grupo Lobo Asturias, um gegen die angekündigte Politik zu protestieren.

Politisch spiegelt der Beschluss die seit Jahren spannungsreiche Suche nach einer tragfähigen Balance zwischen Schutzstatus der Art und den Interessen der Weidewirtschaft. Strittig bleibt insbesondere, ob eine Obergrenze für Abschüsse wirksamer ist als flexibel ausgelöste Kontrollen an Schadensschwerpunkten. Klar ist: Akzeptanz und Wirksamkeit werden an der praktischen Umsetzung gemessen – von der Definition der Eingriffskriterien über die räumliche Priorisierung bis zur Transparenz des Monitorings. Das beratende Gremium zum Wolfsmanagement tagte am Montag mit erkennbar gegensätzlichen Positionen aus Landwirtschaft und Naturschutz; über weitere Schritte soll nach den formalen Anpassungen des Plans entschieden werden.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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