Kurzmeldung
Am Samstag, dem 19. September 2026, versammelten sich in Madrid Vertreterinnen und Vertreter von SOS Racismo Madrid, dem Colectivo Migrantes Transgresorxs und Border Resistance, um mutmaßliche Übergriffe gegen Menschen an den Grenzen von Ceuta und Melilla anzuprangern. In einer gemeinsamen Kundgebung bezeichneten die Organisationen die Situation an den Enklaven als „koloniale und rassistische“ Ausgestaltung der Grenze und forderten „Frieden“ für die migrantische Bevölkerung sowie die Übernahme konkreter Verantwortlichkeiten durch Spanien, Marokko und die Europäische Union.
Der Sprecher von SOS Racismo Madrid, Mehdi Elías, verwies auf einen von den Gruppen erfassten Anstieg von rassistischen und islamfeindlichen Vorfällen und nannte einen prozentualen Zuwachs zwischen Juli und August, der nach Angaben der Demonstrierenden rund 70 Prozent betragen habe. Die Aktivistinnen und Aktivisten kritisierten zugleich die Lage von Minderjährigen sowie von LGBTI-Personen; der Colectivo Migrantes Transgresorxs forderte eine beschleunigte und individualisierte Bearbeitung von Asylanträgen und Schutzräume für besonders gefährdete Menschen.
Border Resistance betonte nach eigenen Angaben, über Zeugenaussagen, Fotografien und weitere Hinweise zu verfügen, die möglichen Gewalttaten und Misshandlungen dokumentieren sollen; der Koordinator Shadi Boukhari forderte eine internationale Untersuchung, falls sich die Vorwürfe bestätigen sollten. Die Veranstalterinnen und Veranstalter forderten darüber hinaus medizinische und rechtliche Unterstützung für Betroffene sowie transparente Disziplinarverfahren gegenüber allen Einsatzkräften, gegen die sich belastende Hinweise ergeben.
Die Demonstration in Madrid reiht sich ein in eine Serie zivilgesellschaftlicher Proteste und Stellungnahmen seit dem massiven Grenzübertritt im Juli 2026. Die Organisatoren unterschieden ausdrücklich zwischen dokumentierten Angaben — etwa Zeugenaussagen, ärztlichen Befunden und Bildmaterial — und politischen Bewertungen und betonten zugleich, dass viele der von ihnen vorgebrachten Hinweise noch nicht gerichtlich überprüft seien. Konkrete straf- oder disziplinarrechtliche Entscheidungen lagen bis zum 19. September 2026 nicht vor. Die Forderung der Gruppen bleibt klar: unabhängige Prüfungen, Schutzmaßnahmen für Geflüchtete und eine rechtlich nachvollziehbare Verantwortungsklärung.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).