Die andalusische Regierung hat am 9. September 2026 in einer Anhörung vor der Kommission für Nachhaltigkeit und Umwelt des Parlaments die Leitlinien ihrer Umweltpolitik vorgestellt. Ressortchefin Fina Martínez betonte drei Schwerpunkte: vorsorgliche Bewirtschaftung der Wälder zur Risikominderung, Stärkung und Erweiterung geschützter Räume sowie die Beschleunigung administrativer Umweltverfahren ohne Abstriche bei den Prüfkriterien.
Für die Forstpolitik kündigte die Regierung eine spezifische Förderlinie für private Waldbesitzer in Höhe von 44,3 Millionen Euro an. Geplant sind Pflegemaßnahmen zur Reduktion von Brandlasten, Programme zur Wiederherstellung verbrannter Flächen und die Instandhaltung von Forstwegen. Die Vorhaben sollen auf öffentlichen und privaten Arealen greifen und bestehende Kooperationsmodelle mit Kommunen fortentwickeln. Ergänzend sind kommunale Maßnahmen gegen den Klimawandel mit 14 Millionen Euro ausgestattet. Sie richten sich vorrangig an besonders verwundbare Gemeinden und an Projekte zur Kohlenstoffbindung in Land- und Wasserflächen. Bewilligte Vorhaben sollen in ein andalusisches Kompensationsverzeichnis aufgenommen werden und der internen Emissionskompensation des Ressorts wie auch privaten Klimaschutzprojekten dienen.
Im Bereich der Schutzgebiete nannte Martínez mehrere Projekte: die geplante Erweiterung des Parque Natural de Los Alcornocales, Investitionen in die Besucherinfrastruktur unter anderem am Zentrum Conejeras in der Sierra de las Nieves sowie Renaturierungsmaßnahmen in Doñana, darunter Arbeiten an Veta la Palma und Tierras Bajas. Zudem soll das Biosphärenreservat Doñana um 27.276 Hektar vergrößert werden. Die Landesregierung verweist auf laufende Vereinbarungen mit dem spanischen Staat, unter deren Rahmen die Umsetzung fortgeführt werden soll.
Zur Verwaltungsbeschleunigung kündigte die Regierung die Ausarbeitung der Ley para la Gestión Ambiental de Andalucía an, flankiert von drei Verordnungen zu Partnerbeteiligung, Öffentlichkeitsbeteiligung und präventiven Instrumenten. Digitale Werkzeuge sollen Abläufe transparenter und schneller machen. Dazu zählt das neue System BINDIFO zur Verwaltung forstlicher Förderungen. Martínez hob hervor, dass verkürzte Fristen nicht zulasten der fachlichen Qualität und der Umweltsicherheiten gehen dürften.
Offen bleiben vorerst Detailfragen zur haushaltsrechtlichen Verankerung der Mittel, zu konkreten Zeitplänen für die Verordnungen sowie zur Abstimmung mit Kommunen und dem Zentralstaat. Der vorgelegte Rahmen markiert jedoch einen eindeutigen politischen Schwerpunkt auf Prävention in den Wäldern, den Schutz sensibler Ökosysteme und effizientere Genehmigungen in Andalusien.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).