Die Belegschaft von Airbus in Spanien hat am 31. August 2026 mit deutlicher Mehrheit entschieden, den seit Ende August laufenden unbefristeten Streik fortzusetzen. In den Belegschaftsversammlungen stimmten nach Gewerkschaftsangaben 81,2 Prozent gegen die vom Unternehmen geforderte vorübergehende Aussetzung der Arbeitsniederlegungen; 16,4 Prozent votierten dafür, 2,4 Prozent enthielten sich. Der Beschluss gilt für alle spanischen Standorte des Konzerns.
Getafe bleibt damit der zentrale Schauplatz der Mobilisierung. Auch die Zentren in Sevilla folgen dem Votum. Die Werke in Albacete und Cádiz nahmen an der Abstimmung zwar nicht teil, kündigten aber an, sich dem Mehrheitsentscheid anzuschließen. Eine Ausnahme bildet Illescas: Dort hatte sich die Belegschaft zuletzt für eine vorübergehende Pause der Streiks ausgesprochen. Insgesamt beschäftigt Airbus in Spanien rund 14.000 Menschen, davon etwa 9.000 in Getafe.
Auslöser des Konflikts sind der von den Arbeitnehmern beklagte Kaufkraftverlust und der Streit um die künftige Ausgestaltung von Telearbeit. Airbus hat Lohnerhöhungen angeboten und signalisiert, bestehende Regelungen zum Arbeiten von zu Hause beizubehalten. Das Management knüpfte jedoch die Fortsetzung der Verhandlungen an die Bedingung, die Streiks auszusetzen. Die Gewerkschaften verweisen dagegen auf das deutliche Mandat der Belegschaft, den Druck aufrechtzuerhalten.
Für Dienstag, den 1. September 2026, ist eine weitere Mediationsrunde im staatlichen Schlichtungsdienst SIMA angesetzt. Dort wollen die Parteien offene Punkte konkretisieren, darunter den Umfang und die Laufzeit möglicher Lohnanhebungen sowie klare und verlässliche Regeln für Telearbeit. Auf Arbeitnehmerseite verhandeln die Gewerkschaften CGT, UGT und ÚTIL. Innerhalb der Arbeitnehmervertretungen gibt es unterschiedliche Taktiken zur Frage, ob und wann Arbeitsniederlegungen ausgesetzt werden sollten; die Entscheidung vom Montag stärkt vorerst die Linie, Verhandlungen ohne Unterbrechung der Streiks zu führen.
Die Auswirkungen des Arbeitskampfs bleiben vorerst begrenzt abschätzbar. Airbus ist in internationale Lieferketten eingebunden, und Verzögerungen könnten sich auf Fertigungs- und Auslieferungspläne auswirken. Konkrete Zahlen zu Produktionsausfällen oder finanziellen Effekten lagen am Montag nicht vor. Beide Seiten äußern sich grundsätzlich verhandlungsbereit. Der weitere Verlauf hängt von möglichen Annäherungen in der Mediation und den nächsten Entscheidungen der Belegschaften ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).