Wirtschaft

Zehntausende demonstrieren in Madrid für an den Verbraucherpreisindex gekoppelte Renten

In Madrid haben zehntausende Rentnerinnen und Rentner für die Kopplung der Renten an die Teuerung und für eine Mindestpension auf Höhe des Mindestlohns demonstriert. Die Regierung nennt eine deutlich niedrigere Teilnehmerzahl als die Organisatoren.

In Madrid haben am 24. Oktober 2026 zehntausende Menschen für den Schutz des öffentlichen Rentensystems demonstriert. Aufgerufen hatte die Coordinadora Estatal por la Defensa del Sistema Público de Pensiones (COESPE). Der Marsch setzte sich gegen Mittag am Paseo del Prado in Bewegung und endete nahe der Puerta del Sol, wo seit Anfang Oktober eine Protestaktion für bezahlbaren Wohnraum campiert.

Kernforderungen der Veranstalter waren die automatische Revalorisierung der Renten im Einklang mit der Teuerung – vielfach als „revalorización al IPC“ bezeichnet – sowie die Anhebung der „pensión mínima“ auf das Niveau des „salario mínimo interprofesional“ (SMI). In Reden warben Sprecherinnen und Sprecher dafür, das umlagefinanzierte System gegenüber Privatisierungsmodellen zu stärken. Die COESPE-Vertreterin Encarna González sagte, mit der Verteidigung der öffentlichen Rente werde auch die soziale Zukunft jüngerer Generationen gesichert.

Über die Größe des Protests gingen die Angaben auseinander. COESPE sprach von rund 50.000 Teilnehmenden. Die Delegación del Gobierno in Madrid nannte eine deutlich niedrigere Zahl. Das Auseinanderdriften von Zählungen entspricht dem Muster früherer Großkundgebungen in Spanien.

Die Demonstration stand in sichtbarer Verbindung zu den seit Wochen anhaltenden Wohnungsprotesten in der Hauptstadt. Organisatoren beider Initiativen betonten die inhaltliche Nähe: Wer stabile Altersbezüge verteidige, setze sich zugleich für leistbares Wohnen und damit für verlässliche Lebensperspektiven ein.

Politisch richtet sich der Druck an Regierung und Parteien, die Rentenanpassung verlässlich am Verbraucherpreisindex auszurichten und das Leistungsniveau der unteren Einkommensgruppen zu verbessern. Die Forderung nach einer Mindestpension auf Höhe des Mindestlohns würde insbesondere Alleinlebende und Personen mit lückenhaften Erwerbsbiografien entlasten.

Konkrete Zusagen aus der Politik lagen am Samstag nicht vor. Regierungsstellen beschränkten sich auf die Mitteilung eigener Schätzungen zur Teilnehmerzahl. Arbeitgebernahe Stimmen werben seit Längerem für ergänzende kapitalgedeckte Vorsorge, Gewerkschaften und Rentnerverbände halten dagegen, dass die Finanzlage der Sozialversicherung unter den zuletzt beschlossenen Reformen stabilisierbar sei.

Wie es weitergeht, ist offen. Die Organisatoren kündigten an, ihre Forderungen in den kommenden Wochen mit weiteren Aktionen zu begleiten. Für einen breiten Kompromiss müssten Regierung, Regionen und Sozialpartner klären, wie Kaufkraftsicherung, Mindestsicherung und mittelfristige Tragfähigkeit des Systems miteinander in Einklang gebracht werden können.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk