Der Präsident der Autonomen Stadt Ceuta, Juan Jesús Vivas, hat am 11. September im Palacio Autonómico erklärt, nach den massenhaften Ankünften Ende Juli hielten sich derzeit rund 13.000 Personen in Ceuta auf. Zugleich wies er Forderungen zurück, die Stadt müsse eine dauerhaft höhere Aufnahmequote als „strukturelle Realität“ akzeptieren. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hatte zuletzt mehr Solidarität und Verteilung zugesprochen, was Vivas als für Ceuta unrealistisch kritisierte.
Vivas legte eine Aufschlüsselung der von der Stadtverwaltung erfassten Unterbringung vor: In Loma Margarita befänden sich etwa 1.300 Menschen, in der Hípica rund 320 und in Loma Colmenar circa 1.200. Das Lager El Trampolín sei das größte mit ungefähr 4.500 Personen. Weitere rund 2.700 Menschen zählte er in den Bereichen Tarajal, Alfonso und in der Zeltanlage von Luna Blanca. Hinzu kämen nach seinen Angaben etwa 2.000 Minderjährige unter städtischer Obhut sowie rund 1.000 Personen im Centro de Estancia Temporal de Inmigrantes (CETI). Insgesamt ergebe das etwa 13.000.
Zur Kapazität sagte Vivas, das CETI verfüge regulär über etwa 600 Plätze, zusätzlich gebe es im Durchschnitt rund 200 Plätze für Minderjährige. Zusammen seien somit ungefähr 800 Plätze vorgesehen. Angesichts der aktuellen Belegung sprach er von einer Überlastung der kommunalen Strukturen. Die von ihm genannten Zahlen basierten auf laufenden Zählungen und Aufnahmelisten der Verwaltung; sie könnten sich wegen der dynamischen Lage kurzfristig ändern.
Der Regierungschef Pedro Sánchez hatte in einem Interview am 9. September betont, der Staat werde Ceuta weiterhin unterstützen. Dazu zählten Transfers besonders Schutzbedürftiger auf das spanische Festland und eine landesweite Verteilung auf autonome Gemeinschaften. Über die Ausgestaltung einer möglichen dauerhaften Quote gibt es jedoch keine Einigung. Vivas lehnt Modelle ab, die Ceuta eine überproportionale Aufnahme zuweisen würden.
Nach amtlichen Bilanzen der vergangenen Wochen summierten sich die Grenzübertritte nach Ceuta seit Ende Juli auf mehrere Zehntausend; ein Großteil der Menschen wurde nach Angaben der Behörden in Koordination mit Marokko zurückgeführt. Die genaue Zahl der in der Stadt verbliebenen Personen ist umstritten und hängt von fortlaufenden Registrierungen sowie informellen Unterkünften ab. Humanitäre Organisationen weisen auf die schwierigen Bedingungen in provisorischen Lagern hin, während die Stadt eine rasche Entlastung durch Verlegungen und zusätzliche staatliche Ressourcen fordert.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).