Am 28. Oktober 2026 kam es auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla bei Urda (Provinz Toledo) zu einer schweren Auffahrkollision zwischen einem Schnellzug der Staatsbahn Renfe und einem stehenden Zug des privaten Anbieters Iryo. Angaben von Regierung, Betreiber und mehreren überregionalen Medien zufolge fiel zuvor das automatische Zugbeeinflussungssystem Linienzugbeeinflussung (LZB) aus; Adif meldete um etwa 08:30 Uhr eine Störung, die eine rund 63 Kilometer lange Streckenabschnitt betraf. Innerhalb der folgenden Minuten blieb ein Iryo-Zug auf der Strecke stehen, und ein von hinten herannahender Renfe-AVE fuhr in dessen letzten Wagen. Behörden und erste Untersuchungsberichte sprechen von Dutzenden Toten und zahlreichen Verletzten; offizielle Stellen veröffentlichten in den ersten Stunden abweichende Opferzahlen, die laufend überprüft werden.
Iryo hat nach Medienberichten darauf hingewiesen, dass ein Masseausfall der LZB-Verbindung die Wiederinbetriebnahme ihres stehenden Zuges verhindert habe. Der Konzern und auch der Leiter der Untersuchung berichten, dass der Lokführer versucht habe, den Zug wieder in Fahrt zu bringen, ohne dass das Fahrzeug wie erwartet reagierte. Gleichzeitig erklärten Verantwortliche, dass kurz vor dem Unfall mehrere Züge auf dem betroffenen Streckenabschnitt zum Stillstand gekommen seien, nachdem die computergestützte LZB-Steuerung ausgefallen war.
Die Linienzugbeeinflussung ist ein seit Jahrzehnten eingesetztes, in Teilen Spaniens noch genutztes System zur kontinuierlichen Überwachung und automatischen Begrenzung von Geschwindigkeit und Fahrweg. EU-Rechtsakte und die Agentur für Eisenbahnen der Union regeln Übergangsfristen und technische Spezifikationen für Ersatzsysteme; die Kommission hatte 2026 ergänzende Vorgaben zur Harmonisierung veröffentlicht. Technische Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Frage, ob ein Software- oder Hardwarefehler, eine Kommunikationsstörung zwischen Stellwerkkomponenten oder ein Bedienfehler zur Kettenreaktion führte.
Die Untersuchung wird von der nationalen Unfallermittlungsstelle geführt; sie hat bereits damit begonnen, Betriebsdaten auszulesen, Fahrtenschreiber zu sichern und Gespräche zwischen Zugpersonal und Leitstelle auszuwerten. Bis zu einem abschließenden Bericht bleiben viele Details offen; offizielle Zahlen zu Toten und Verletzten sind von den zuständigen Behörden zu bestätigen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).