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Nach Zugunglück bei Urda: Ausfall der Linienzugbeeinflussung und Freigabe durch Adif stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen

Nach der Kollision zwischen einem AVE und einem stehenden Iryo bei Urda (Toledo) prüfen Ermittler den Ausfall der Linienzugbeeinflussung und die Entscheidung des Adif-Kontrollzentrums, die Fahrt wieder freizugeben.

Kurzmeldung

Bei dem schweren Zusammenstoß auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla zwischen Los Yébenes und Urda (Provinz Toledo) am 28. Oktober 2026 untersuchen Staatsanwaltschaft und technische Gutachter vor allem zwei Tatsachen: den Ausfall der Linienzugbeeinflussung (LZB) in einem Abschnitt von rund 63 Kilometern und die kurz danach erteilte Anweisung des Kontrollzentrums von Adif, Züge wieder in Fahrt zu setzen. Nach Angaben des Verkehrsministeriums fiel die Linienzugbeeinflussung gegen 08:30 Uhr infolge einer Störung in der Kommunikation mehrerer Steuerrechner aus; mehrere Züge hielten daraufhin automatisch.

Ungefähr sechs Minuten nach dem Systemausfall, um 08:36 Uhr, gab das Adif-Kontrollzentrum nach den veröffentlichten Audiomitschnitten die Anweisung, die Fahrt „mit normaler Geschwindigkeit“ wieder aufzunehmen. Die Lokführenden des betroffenen Iryo-Zuges meldeten, dass sich das Sicherungssystem nicht neu initialisieren ließ und sie vor einem Signal standen. Während das Iryo nach den verfügbaren Aufzeichnungen nicht mehr losfuhr, setzte ein AVE von Renfe die Fahrt fort und prallte um etwa 08:53 Uhr gegen das stehende Fahrzeug.

Die Ermittler prüfen nun, ob die vorgeschriebenen Maßnahmen für den Betrieb bei gestörter Sicherungstechnik – darunter die Fahrt auf Sicht mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit und zusätzliche Absicherungen – eingehalten wurden. Zugleich wird technisch untersucht, warum die Linienzugbeeinflussung ausgefallen ist und ob es Fehler in der Kommunikationskette zwischen den Rechnern gab.

Offizielle Stellen, darunter Renfe, Iryo und Adif, kooperieren mit den Untersuchungen und haben Notfallprotokolle aktiviert. Bislang liegen nur vorläufige Darstellungen auf Basis von Ministeriumsmitteilungen, Unternehmensangaben und ausgewerteten Funkaufnahmen vor; abschließende Gutachten und ein offizieller Abschlussbericht stehen noch aus. Solange die Erkenntnisse unvollständig sind, bleiben zentrale Fragen offen: die genaue Fehlerursache in der Sicherungstechnik, die Entscheidungswege im Adif-Kontrollzentrum und mögliche Verstöße gegen betriebliche Vorschriften.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen